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Coiffeuse für Randständige «Wenn die Frisur stimmt, geht es auch der Psyche besser»

Die Coiffeuse Karin Flückiger schneidet Bedürftigen gratis die Haare. Etwas Gutes tun, das ist ihre Motivation.

Karin Flückiger ist ein Barber Angel. Das ist ein Netzwerk von Coiffeusen und Coiffeuren, 2016 in Deutschland gegründet und mittlerweile in Österreich, Mallorca und der Schweiz tätig. Das Ziel: Obdachlosen und bedürftigen Menschen ein gepflegteres Aussehen und damit etwas Selbstwertgefühl zurückgeben.

Einmal im Monat rückt Barber Angel Karin Flückiger aus Oberbottigen mit ihrem Haarschneide-Werkzeug aus und geht zu den Randständigen. Zum Beispiel in den Aufenthaltsraum für Obdachlose an der Postgasse in Bern. dort schneidet sie zum Beispiel Daniel Affolter eine neue Frisur.

Und dann sieht man erst noch gut aus.
Autor: Daniel AffolterIV-Rentner

Fürs Waschen der Haare braucht sie eine spezielle Haube. Augenkontakt wie im Coiffeursalon hat Karin Flückiger mit ihren Kunden nicht – in diesem temporären Coiffeur-Salon gibt es keinen Spiegel. Dennoch: Der 60-jährige IV-Rentner ist dankbar für das Angebot. «Ich schätze dieses Engagement sehr, so reicht es auch mal für einen Kaffee mehr. Und man sieht erst noch gut aus.»

Karin Flückiger ist seit 19 Jahren selbständig, führt in Niederwangen bei Bern ihren eigenen Coiffeursalon mit Angestellten. Sie habe selber gemerkt, wie es ist zu kämpfen, damit man den Angestellten den Lohn bezahlen kann. Dann kämen ihr die Bedürftigen in den Sinn, die keine Chance bekämen. «Statt Wohlwollen bekommen sie böse Blicke.» Wenn sie diesen Leuten etwas geben könne, mache sie das glücklich.

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