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Der Kanton Bern akzeptiert keine unvollständigen Gästelisten
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 27.07.2020.
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Coronafälle in Berner Club Kanton Bern verlangt von Clubs Null-Toleranz

Nicht alle Gäste des «Kapitel» wurden von den Betreibern registriert. Der Kanton Bern prüft nun rechtliche Schritte.

So einfach ist es doch nicht für einen Club, die Daten seiner Gäste zusammenzutragen. Eine Schwäche des Schutzkonzepts wurden im Fall des Clubs «Kapitel» am Berner Bollwerk ersichtlich. Dieser verpasste es, alle seine Gäste lückenlos zu erfassen.

Kanton verlangt Null-Toleranz

Bei der bernischen Gesundheitsdirektion reagierte man verstimmt darauf, dass man erst spät über die unvollständigen Listen informiert worden sei. «Entweder sind die Listen komplett oder nicht», sagt Sprecher Gundekar Giebel.

Die Vorgaben des Kantons seien klar, die Bars und Clubs hätten alle Besucherinnen und Besucher lückenlos zu erfassen. Der Fall liege nun auf dem Tisch des Rechtsamts.

Vertrauen in Schutzkonzept gelitten

Einen Überblick, wie viele Leute auf der Liste fehlten, hat der Kanton Bern noch nicht. «Wenn solche Kontaktlisten lückenhaft sind, ist es schliesslich schwierig, dem gesamten Konzept zu vertrauen.» Das Contact Tracing sei durch die lückenhaften Listen erschwert worden. «Es genügt eine Person, um das Coronavirus an viele andere weiterzugeben», sagt Giebel. Deshalb sei ein funktionierendes Contact Tracing so wichtig.

Der Kanton Bern überlegt sich nun, wie die Bar- und Clubszene noch stärker reguliert werden könnte. Geprüft würde eine Beschränkung der Gäste, Maskenpflicht oder gar die Schliessung von solchen Betrieben.

450 Personen in Quarantäne

Nach zwei Partynächten im Klub «Kapitel», in denen je eine Person dabei war, die später positiv auf Corona getestet wurde, befinden sich aktuell 450 Personen in Quarantäne. Am Samstagabend wurde der Club für 10 Tage geschlossen.

Wie Recherchen des «Regionaljournals Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF zeigen, wurden mehrere Gäste nicht durch die Betreiber registriert.

Dies ist ein Problem für das Contact Tracing des Kantons Bern. Denn ohne Namen und Adresse der Partyleute können die Behörden keine Quarantäne verfügen.

Gast meldete sich beim Kanton

Einer der Kapitel-Gäste meldete sich selber beim Contact Tracing Team des Kantons Bern, er sei im Club gewesen, aber nicht kontaktiert worden, nachdem ein Coronafall bekannt wurde. Bei ihm habe die Registrierung nicht wie vorgesehen funktioniert. Der erwähnte Gast bestätigte diese Informationen gegenüber dem Regionaljournal.

Zur lückenhaften Registrierung kam es, als Gäste vom Restaurant in den Clubbetrieb des «Kapitel» wechselten. Weil Mitarbeitende des Clubs unachtsam waren, wurden Restaurantgäste für die Party nicht registriert. Der QR-Code der Corona-App der Berner Bar- und Clubkommission wurde zwar vorgezeigt, jedoch nicht eingescannt, erklärt Diego Dahinden, Mitinhaber des Clubs auf Anfrage von Radio SRF. Er spricht von «einzelnen Gästen», die betroffen waren.

Lückenhafte Gästeliste

Damit waren Gäste auf der Party, die von den Betreibern nicht mit Namen und Adresse erfasst waren und schliesslich auch nicht dem Kanton Bern für das Contact Tracing gemeldet werden konnten. Im besten Fall begaben sie sich von sich aus in Quarantäne, nachdem bekannt wurde, dass ein Kapitel-Gast vom Donnerstagabend positiv auf Corona getestet wurde. Im schlimmsten Fall haben sie derweil andere Personen angesteckt.

Ärger bei den Clubbetreibern

Die Betreiber wollen den Fehler nun korrigieren und versuchen, die Namen der Nicht-Registrierten den bernischen Behörden nachzuliefern. Diego Dahinden vom «Kapitel»: «Dieser Fehler ist ärgerlich, wir setzen nun alles daran, die Leute ausfindig zu machen, die auf der Liste fehlen.»

An sich funktioniere das Erfassen der Daten gut, das Team der Eintrittskontrollen sei gut informiert. «Beim Restaurant-Team hat es leider bei einzelnen Gästen noch nicht so funktioniert, wie es sollte.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr;

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66 Kommentare

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  • Kommentar von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
    Es ist erwiesen, dass dichtes Gedränge mit lauter Unterhaltung eine ideale Vorraussetzung dafür ist, dass Viren - insbesondere von "Superspreadern" - sogar über mehrere Meter übertragen werden. Masken nützen hier leider wenig. Und die SwissCovid App registriert Übertragungen über etliche Meter nicht - und warnt zudem erst dann, wenn man ev. bereits angesteckt ist. Also: Alle solche Orte sofort schliessen, dafür keine Maskenpflicht auf offenen Schiffsdecks und im öV, wenn Abstand möglich ist.
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  • Kommentar von Robin Hall  (Blumenkartian)
    Man sollte lieber auf eine maximale Anzahl von Gästen pro Event beschränken als gleich alles zu schliessen. Damit würden auch weniger aufs Mal von der Quarantäne betroffen sein falls diese nötig würde, weniger würden sich aufs Mal anstecken können und man nimmt den Betreibern nicht gleich die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt selbst zu finanzieren. Sonst würde man dadurch nur Steuergelder verballern währenddessen in Restaurants und Cafes die Leute immernoch rein und rausspazieren können.
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    1. Antwort von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
      Sorry: Risiko-Orte sind zu schliessen. Die Betreiber können ja eine andere Beschäftigung suchen - so wie die tausenden Angestellten, welche wegen Corona gekündigt wurden. Oder die Freiberufler im Event-Business.
      Weshalb sollen Clubbetreiber bevorzugt werden?
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  • Kommentar von Jessica Wohlwend  (Lapuravida)
    Ich frage mich, wo all die Massnahmen waren, als im Frühjahr 2015 alleine schon über 2'500 Menschen an der Grippe starben? Ich verstehe, dass man Massnahmen ergreifen kann und ggf. auch soll. Aber langsam sollte der Mensch verstehen, dass man den Virus nicht auf 0 reduzuieren kann. Jeder mit ein wenig Verstand sollte das doch begreifen. Oder ist der Mensch wirklich so arrogant? Die Zahlen sprechen doch für sich! Wir sind unter der üblichen Mortalitätsrate. Irgendwann ist dann auch gut...
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    1. Antwort von Samuel Wyss  (S_masch)
      Vielleicht haben Sie Recht. Wir haben es hier trotzdem mit einer hoch ansteckenden Virus zu tun. Und es geht darum das es nicht das Gesundheitswesen überlastet, weil wenn das passiert geht es nicht lange und es gibt tote. Für Grippe haben wir Antikörper und Grippewelle dauern nich so lange.
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    2. Antwort von Valentin Haller  (Projektionsfläche)
      @Jessica
      Einige Inputs:

      - Von SARS-Cov-2 weiss man noch immer relativ wenig, wohingegen Influenzaviren erstmals 1933 isoliert und inzwischen gut erforscht worden sind.

      - Gegen die Grippe kann man sich impfen lassen und es gibt erprobte Therapien. Beides ist bei COVID-19 nicht der Fall.

      - Grippetote werden nicht systematisch erhoben, es handelt sich um Schätzungen aufgrund saisonaler Übersterblichkeit.

      - Aktuell geht es darum, Zeit zu gewinnen und gleichzeitig Menschen zu schützen.
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    3. Antwort von Jessica Wohlwend  (Lapuravida)
      Lieber Samuel
      Das Gesundheitswesen war während dieser ganzen Coronazeit nie überlastet - im Gegenteil. Und wie oben bereits erwähnt, waren die Massnahmen zu dieser Zeit ädäquat. Aber wollen wir wirklich so weiter machen? Wo endet das? Corona spaltet die Gesellscht. Und das ist wirklich traurig.
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