«Coworking» - Mehr als ein hippes Gemeinschaftsbüro?

«Coworking» macht Teilen zum Arbeitsprogramm. In Bürogemeinschaften können sich Unternehmer gegenseitig unterstützen und ihre Netzwerke erweitern. Mit der Eröffnung des sechsten «Coworking-Space» in drei Jahren manifestiert sich der Trend in Bern. Forscher sind sich einig: Das Konzept hat Zukunft.

Dass man Büroräume gemeinsam nutzt, ist nicht neu. Hinter «Coworking» steckt jedoch noch eine andere Philosophie. Hier versteht man sich in erster Linie als Gemeinschaft: Die Mitglieder kennen sich und tauschen ihre Ideen und Erfahrungen aus. Dabei bilden Sie ein Netzwerk, das ihnen Energie und Inspiration gibt sowie branchenübergreifende Hilfe ermöglicht.

«  Wie ein Baby in eine Familie, wird ein Jungunternehmen beim «Coworking» in eine Gemeinschaft geboren. »

Matthias Tobler
Mitgründer vom «Effinger» in Bern

Mit dem «Effinger» hat vor Ostern der nun sechste «Coworking Space» in Bern seine Türen geöffnet. Die Initianten verfolgten bei der Eröffnung einen anderen Ansatz als die Konkurrenz. Sie haben zuerst die Gemeinschaft der «Coworker» aufgebaut, bevor sie sich nach einer geeigneten Räumlichkeit umgesehen haben.

Neben dem Netzwerk liegt der Hauptvorteil vom «Coworking» in der Flexibilität. Interessierte können sich ähnlich wie bei einem Fitness-Abo stunden-, tage-, wochen-, monateweise oder gar vollzeitlich als «Co-Worker» einmieten. Dabei umfasst der Zugang zum Coworking Space in der Regel die Nutzung eines Schreibtisches, eines Sitzungszimmers, Internetzugriff, Drucker, Telefon und frischen Kaffee.

«  «Sharing Economy» ist auf dem Vormarsch. »

Kim Tokarski
Leiter Institut Unternehmensentwicklung Fachhochschule Bern

Mit dem Prinzip des Teilens gehört «Coworking» zur Bewegung der «Sharing Economy». Anbieter wie «Airbnb» im Tourismus und «Uber» im Fahrdienstwesen haben mit der Effizienz des Ressourcenteilens bereits den Nerv der Zeit getroffen. Deshalb gehen Experten davon aus, dass sich auch «Coworking» als Plattform für Start-Ups und Freelancer durchsetzen wird.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03 / 17:30 Uhr)