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Daniel Puntas Bernet «Reporter haben manchmal etwas Allmächtiges»

Als Chefredaktor des Magazins «Reportagen» kämpft Daniel Puntas Bernet um die Glaubwürdigkeit im Journalismus.

Der 53-jährige Berner Daniel Puntas Bernet hat einiges zu erklären: Seit bekannt geworden ist, dass der deutsche Reporter Claas Relotius Texte gefälscht hat, steht der Journalismus in der Kritik und das Genre der Reportage im Verdacht, erfundene Geschichten zu kolportieren.

Als Chefredaktor des Magazins «Reportagen», welches in Bern produziert wird, und als Initiant eines internationalen Reportagepreises, welcher 2019 in Bern zum ersten Mal verliehen wird, kämpft Puntas Bernet um die Glaubwürdigkeit seiner Branche.

SRF News: Der Fall Relotius hat eingeschlagen wie eine Bombe. Was denkt Ihr Umfeld nun über Ihren Berufsstand?

Daniel Puntas Bernet: Sie fragen mich, ob ich auch im «Fake News»-Geschäft tätig sei. Es ist unglaublich, mit wie viel Oberflächlichkeit jetzt alles miteinander vermischt wird: die Qualität des Journalismus, die Glaubwürdigkeit der Reporter und derer Geschichten. Wir haben einen Erklärungsnotstand.

Was macht das mit Ihrem Beruf?

Es stellt ihn an den Pranger. Und es bewirkt vielleicht, dass wir darüber nachdenken, was wir Reporter eigentlich genau tun. Denn es ist schon so: wenn man nach einer Reise zurückkehrt und am Schreibtisch das Erlebte in Worte fasst, hat das manchmal schon etwas Allmächtiges. Dass man allein entscheidet, welchen Teil einer Geschichte, die man erlebt hat, man jetzt erzählt und welchen nicht.

Wie sind sie selber Reporter geworden?

Das Literaturstudium hat mich auf den Geschmack gebracht. Ich stiess auf ein Genre, welches Literatur und Realität vereint. Storytelling kombiniert mit den Tatsachen der realen Welt – das hat mich fasziniert.

Sie haben vieles ausprobiert. Nach einer KV-Lehre handelten Sie mit Devisen, reisten, jobbten als Tangotänzer, Weinbauer oder als Pizzaiolo. Was hat das damit zu tun, dass Sie letztendlich Reporter geworden sind?

Die Vielfalt der Erfahrungen und das Wissen darüber, dass auf der Welt die Menschen alle ähnlich fühlen, träumen oder sich Sorgen machen, wie wir auch, hat bewirkt, dass ich als Reporter vielleicht eine besondere Empathie habe und ich es so schaffe, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.

Das Gespräch führte Michael Sahli.

SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr; sahm, andj

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