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Bern Freiburg Wallis Das Berner Volk stimmt ab: Hooligan-Gewalt versus Grundrechte

Der Abstimmungskampf gegen die Verschärfung des Hooligan-Konkordates ist lanciert. Ein Komitee aus links-grünen Kreisen, mit Verstärkung einzelner Bürgerlicher, hat am Freitag seine Gegenkampagne präsentiert. Die Kampagne lassen sie sich 80'000 bis 90'000 Franken kosten.

Zürcher Fansektor mit Pyros.
Legende: Beim Cupfinal kam es 2013 in Bern zu Ausschreitungen zwischen Fans der Zürcher Grasshoppers und Anhängern des FC Basel. Keystone

Bei der Unterschriftensammlung für das Referendum habe es gute Gespräche mit der Bevölkerung gegeben, sagte das Komitee «Nein zur Konkordatsverschärfung» vor den Medien. Auf der Strasse habe sich vor allem gezeigt, dass ein Grossteil der Leute die Inhalte der geplanten Verschärfungen nicht wirklich kenne und diese bei näherer Betrachtung ablehne.

Dem Komitee gehören vor allem Politikerinnen und Politiker aus dem links-grünen Lager an. Sie werden vereinzelt auch von Mitgliedern aus dem bürgerlichen Lager unterstützt. Zum Beispiel von SVP-Grossrat Thomas Fuchs und von BDP-Grossrat Mathias Tromp. Unterstützt wird das Komitee überdies von zahlreichen Fan-Organisationen. Nach eigenen Angaben lässt sich das Komitee den Abstimmungskampf 80'000 bis 90'000 Franken kosten.

Das Referendum richtet sich gegen die vom bernischen Grossen Rat im vergangenen März genehmigten Änderungen des kantonalen Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt an Sportveranstaltungen. Das Komitee hält die Verschärfung der bestehenden Regeln für unnötig und unverhältnismässig.

Kernstück des verschärften Konkordats ist eine Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der höchsten Klasse. Für die Bewilligung sind die Gemeinden zuständig. Sie haben die Möglichkeit, die Bewilligung mit Auflagen zu versehen. Dazu gehören etwa die Anreise per Kombiticket oder ein Alkoholverbot im Stadion.

Die Abstimmung findet am 9. Februar statt.

Über das sogenannte Hooligan-Konkordat wurde bereits im Kanton Zürich abgestimmt. Im vergangenen Jahr fanden dort über 85 Prozent eine Verschärfung der heutigen Massnahmen als angebracht. Keine Chance hatten die strengeren Massnahmen dagegen im Kanton Basel Stadt. Das Kantonsparlament trat da nicht einmal auf das Geschäft ein.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Aufenast, Frauenkappelen
    Solange die friedlichen Besucher aus Feigheit und mangelnder Zivilcourage die primitiven Chaoten nicht festhalten und der Polizei übergeben, damit sie mit entsprechenden Folgen einige Tage hinter Schloss und Riegel gesetzt werden können, sind die geplanten Verschärfungen leider notwendig!
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  • Kommentar von P.Gupser, Bern
    100% der Kosten auf die Vereine abwälzen -> auf die Ticketpreise. Kostenwahrheit = Fairness!
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    1. Antwort von M.Classen, BL
      Die Vereine können nur zur Kasse gebeten werden für Vergehen, welche im Stadion geschehen. Und wie ihr Vorschlag die (hochsterilisierten) Probleme um Sportereignisse Lösen kann, müssen Sie mir bitte erst noch erklären.
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    2. Antwort von B. Küng, Seeland
      Seit wann werden Probleme hochsterilisiert? Sie meinen wohl hochstylisiert. Das sind sie aber mitnichten, denn das Gebaren der Hooligans ist kriminell und muss dementsprechend geahndet werden.
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  • Kommentar von G. Kirchhoff, Nusshof
    Wenn die Gegner der Verschärfung sämtliche Kosten die durch Hooligans entstehen übernehmen und zwar immer und überall, dann kann man auf eine Verschärfung verzichten, wenn nicht, braucht man nicht weiter zu diskutieren!!! Es sind immer die Linken, welche gerne Geld der anderen, welches ihnen gar nicht gehört, für Gesetzesbrüche ausgeben und ausgeben wollen. Beispiel Bern "Reithalle", Zürich "1. Mai" etc.
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Dem ist nichts, aber auch gar nichts, hinzuzufuegen...!
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    2. Antwort von Reto Jürgens, Bern
      Tolles Stammtischgeplauder, Herr Kirchoff. Das Konkordat wird überhaupt keine Kosten senken, sondern erhöhen (Bewilligung und vor allem Durchsetzung des neuen Konkordates wird viel mehr Personal benötigen als bisher). Bitte informieren Sie sich bevor Sie irgendwelchen mist in die Welt posaunen.
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    3. Antwort von Tom Hellmüller, Ostermundigen
      Die Linken? Auch National- und Grossräte der SVP, FDP und BDP sind im Kanton Bern gegen das Konkordat. Fakt ist, dass mit der Verschärfung nicht eine einzige Ausschreitung verhindert wird. Geschweige denn, dass die Polizeikosten gesenkt werden können. Ist ja auch nicht möglich, irgend jemand müsste ja die repressiven Massnahmen der Verschärfung umsetzen. Nämlich die Polizei. Deshalb klar NEIN zur Konkordats-Verschärfung!
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    4. Antwort von B. Küng, Seeland
      Ich stehe politisch klar links und wähle auch dementsprechend, aber hier kann ich die links-grünen Kreise wirklich nicht verstehen. Diese Hooligans sind Kriminelle die entsprechend behandelt und bestraft werden müssen.
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    5. Antwort von tom hellmüller, ostermundigen
      Herr oder Frau Küng, wir sind uns da einig. Hooligans sollen bestraft werden. Dafür sind die gesetzlichen Grundlagen aber längst vorhanden. Die Konkordats-Verschärfung wird aber eben gerade NICHT die Hooligans bestrafen sondern die breite und friedliche Masse, sprich ALLE Zuschauer einschränken. Sagen Sie mir doch bitte eine einzige Massnahme des verschärften Konkordates, welche zielführend sein wird, um Ausschreitungen zu verhindern? Gerne warte ich auf Ihre fundierte Antwort.
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