«Das Bier von hier und wir»: Lebhafte Runde am MäntigApéro

Immer mehr kleine Brauereien brauen ihr eigenes Bier. Und sie können den Grossen sehr wohl die Stange halten. Denn Bier ist nicht mehr nur ein billiges Volksgetränk. Sondern ein kultiges Genussmittel mit Geschichten und Geschichte. So jedenfalls das Fazit am MäntigApéro im Alten Tramdepot in Bern.

Natürlich haben sie zusammen ein Bier getrunken, serviert vom Tramdepot-Chef Thomas Baumann persönlich. Denn um Bier, um die vielen kleinen Brauereien, die sich in der Region mit viel Kreativität einen Wettkampf um einen (kleinen) Marktanteil liefern, ging es am MäntigApéro vom Regionaljournal und der SRG Bern Freiburg Wallis.

Das Thema «Das Bier von hier und wir» entpuppte sich als äusserst spannend, amüsant und facettenreich. Und es macht durchaus den Anschein, dass die kleinen Brauereien den Grossen die Stange halten können.

Vom billigen Volksgetränk zum kultigen Genussmittel

Unendliche Geschichten und Geschichte hatte der Zürcher Industriehistoriker und Bierbuch-Autor Matthias Wiesmann bereit. Pierre Dubler, Bier-Sommelier und Verkaufsleiter der Berner Felsenau-Brauerei, berichtete vom Spagat zwischen Kreativität und Markt und vom Schock in der Branche, als vor 25 Jahren das Bier-Monopol in unserem Land fiel und das Bier plötzlich nicht mehr überall gleich schmeckte.

Christian Stoiber, der Braumeister des Tramdepots, erzählte freimütig von seiner täglichen Arbeit und von den leicht bierseligen Pröbeleien, die zuweilen sogar ein Marktrenner werden. Und Anna Rohrbach, Bier-Sommelière bei Erzbierschof Liebefeld, erläuterte, es gebe eigentlich kein Frauen-Bier.

Die Vielfalt der Biere und der Wandel einer Branche, in der vor allem die kleinen Brauereien aus dem billigen Einheits-Volksgetränk ein kultig-kreatives Genussmittel machten, ist tatsächlich überraschend.

Das Publikum im bis auf den letzten Platz gefüllten Tramdepot liess sich jedenfalls von einer anregenden, entspannten und faktenreichen MäntigApéro-Stammtischrunde verzaubern. Zum Schluss gab es, wie immer, einen scharf beobachteten Schlusspunkt mit Autorin und Slampoetin Sandra Künzi.