Das Dilemma der Bergbahnen bei Lawinen

Bergbahnen müssen in gewissen Fällen für Lawinenrettungen aufkommen. Deshalb überlegen sie gut, ob sie eine grosse Rettungsaktion auslösen sollen.

Retter auf einem Lawinenkegel bei einer Piste. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Grosse Rettungsaktionen können auch eine Bergbahn sehr viel Geld kosten. (Symboldbild) Keystone

Wenn eine Bergbahn einen Notruf absetzt, weil ein Mitarbeiter eine Lawine beobachtet hat, muss sie sich an den Kosten der Rettungsaktion beteiligen. Auch wenn die Lawine abseits des Skigebietes abgegangen ist. Im Wallis ist das Usus, sagen Bergbahn-Experten.

Die Unternehmen würden sich deshalb sehr gut überlegen, ob es tatsächlich einen Helikoptereinsatz brauche, bestätigt Berno Stoffel. Der Vizepräsident der Walliser Bergbahnen erklärt, insbesondere bei grossen Skigebieten sei das wichtig, um unnötige Kosten zu verhindern. «Zermatt beispielsweise kann unmöglich bei jedem Schneebrett in Sichtweite Heliretter alarmieren», sagt Stoffel im Regionaljournal von Radio SRF.

Rettungen kosten schnell mehrere zehntausend Franken. Die Bahn müsse sich deshalb praktisch sicher sein, dass jemand verunfallt sei, bevor sie eine Rettungsaktion auslöse.

Keine einfache Entscheidung

Aus diesem Grund ist es üblich, dass die Walliser Bergbahnen zuerst die eigenen Sicherheitsfachleute zum Lawinenkegel schicken, um sich ein Bild zu machen. So geht manchmal wertvolle Zeit verloren. «Alarmiert man zu früh, ist es manchmal vergebens. Und wenn man wartet, kann es zu spät sein. Schliesslich zählt jede Minute» fasst Berno Stoffel das Dilemma zusammen.