«Das Kultur-Konzept ist auch eine Kritik an der Stadt»

Im Rahmen der Vernehmlassung zur städtischen Kulturförderung 2016-2019 haben Vertreter der Berner Kulturszene an der zweiten Kulturkonferenz im Berner Progr eigene Grundlagen für ein neues Kulturkonzept präsentiert.

Das umfangreiche «Grobkonzept» wurde in verschiedenen Fachgruppen erarbeitet, die sich nach der ersten Kulturkonferenz vom März gebildet hatten. Das Konzept enthält eine Bestandesaufnahme sowie Leitsätze zur Kulturstadt Bern und den verschiedenen Sparten.

Die Palette der Vorschläge ist breit. Es sei ein Blick von unten, von der Basis auf die Berner Kulturszene, sagt Bernhard Giger, Leiter des Berner Kornhausforums im Gespräch. «Insofern ist es nicht ein umfassendes Konzept.» So wird zum Beispiel angeregt, in der Stadtverwaltung die Abteilung Kulturelles aufzulösen und durch Kulturverantwortliche in jeder Direktion zu ersetzen.

Weiter wird ein Zentrum für das freie Theaterschaffen angeregt und die Abschaffung der Bewilligungspflicht für Kultur im öffentlichen Raum verlangt. Man habe solche Ideen bewusst im Konzept gelassen, sagt Giger weiter. Es gehe auch um die Botschaft, die Stadt solle die Kultur in Zukunft noch ernster nehmen. So gesehen stecke in dem Konzept auch Kritik an der städtischen Kulturpolitik.

In den Sparten Musik, Theater und Tanz werden eine bessere Vernetzung sowie mehr Proberäume und Auftrittsorte gefordert. Die Forderung nach einer städtischen Stelle für Raumbeschaffung ziehe sich durch alle Sparten, so Giger.