Das lange Warten auf ein neues Hallenbad in Freiburg

Das Kantonsparlament hat eine Volksinitiative für ein neues Schwimmbad abgelehnt, aber einen Gegenvorschlag der Regierung angenommen. Einig sind sich alle: Es muss etwas gehen.

Die Volksinitiative des Vereins «Pro Piscine» verlangt, dass der Kanton innerhalb von drei Jahren die Finanzierung für ein kantonales Schwimmzentrum sicherstellen muss. Die Kosten dafür werden auf mindestens 40 Millionen Franken geschätzt. Die jährlichen Betriebskosten würden rund 1,5 Millionen Franken betragen.

«Der Staatsrat kann nicht nur ein Hallenbad unterstützen», sagte Sportdirektor Jean-Pierre Siggen. Die Regierung spricht deshalb in ihrem Gegenvorschlag von Subventionen für mehrere Projekte von Hallenbädern.

Ein Hallenbad für 100'000 Einwohner

Der Grosse Rat stimmte dem Gegenvorschlag zu, fügte aber ein paar Zahlen hinzu: Der Kanton soll 15 Millionen Franken in ein kantonales Schwimmzentrum bezahlen und 6 Millionen für regionale Projekte. Falls der Verein «Pro Piscine» dennoch an seiner Initiative festhält, muss das Volk über Initiative und Gegenvorschlag abstimmen.

Zurzeit gibt es im Grossraum Freiburg nur ein einziges Hallenbad, das «Piscine du Levant» in der Stadt Freiburg. Das 25-Meter-Becken ist oft überbelegt, findet Schwimmer Stéphane: «Beim Crawlen muss man mit den Ellenbogen die anderen fern halten.»

«  Mit den Ellenbogen die Anderen fern halten »

Stéphane
Schwimmer

Es brauche dringend mehr Hallenbäder, findet auch Tatjana. «Damit die Leute schwimmen lernen.» Früher sei das «Levant» nur ein Quartierbad gewesen, sagt Dédé, der seit 42 Jahren das Restaurant im Hallenbad führt. «Heute hat das einfache Volk keinen Platz mehr zum Plantschen», Schulen und Sportschwimmer hätten das Bad mittlerweile in Beschlag genommen, sagt der 73-Jährige.