«Dass ich nicht gut Deutsch spreche ist ein Nachteil, ich weiss»

Seit 14 Jahren sitzt der Sozialdemokrat Pierre-Alain Clément in der Freiburger Stadtregierung. Seine Aussagen zur Zweisprachigkeit sorgen immer wieder für Verwirrung. Dabei möchte er selber besser Deutsch sprechen können.

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Bildlegende: Das Gemeinderatsmandat sei ein Geschenk gewesen, sagt Pierre-Alain Clément. SRF

27 Jahre lang war Pierre-Alain Clément Mathematiklehrer an einer Freiburger Orientierungsschule. Dann rutschte er, nach dem Tod eines Gemeinderates, in die Stadtregierung nach. Zuerst gegen den Willen seiner Partei, der SP. Heute sind seine Verdienste unbestritten. «Für mich war es ein Geschenk, nochmals etwas Neues anfangen zu können», sagt der heute 62jährige im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Mit Aussagen wie «Französischsprachige können nicht zweisprachig sein» oder einem rein französischen Logo für die Stadt Freiburg trat er bei der Sprachenfrage öfters ins Fettnäpfchen.

Er habe aber kein Problem mit Deutschschweizern, betont er. Seine Tochter hat in Zürich studiert und sei zweisprachig, er beneide sie darum.

Nicht der grosse Visionär

Die Stadt mache bereits viel für die Zweisprachigkeit. Es gebe deutschsprachige Schulen, man könne sich auf Deutsch an die Stadtverwaltung wenden und die Internetseite der Stadt sei sogar vielprachig. «Die Stadt Freiburg ist nicht bloss zweisprachig sondern multikulturell». Das sei eine grosse Herausforderung.

Pierre-Alain Clement gilt nicht als grosser Visionär. «Wenn sich die Gelegenheit bietet, packt er aber zu», sagt Christoph Allenspach, Präsident der Stadtfreiburger SP. Der Stadtpräsident werde auch unterschätzt, findet er: «Er hat die Stadtfinanzen wieder ins Lot gebracht.»

2011 wurde Pierre-Alain Clément bei den Gemeindewahlen mit dem besten Resultat aller Kandidaten in seinem Amt bestätigt. Dieses Aushängeschild zu ersetzten werde für die SP nicht leicht, sagt Christoph Allenspach.