Der Auftakt zur Kunstturn-EM ist geglückt

Seit Mittwoch messen sich die besten Kunstturner Europas an der EM in Bern. Dafür wurde das Eisstadion in eine Turnhalle umgebaut. Eine komplexe Aufgabe. Doch der Start verlief problemlos.

Normalerweise spielt im Berner Eisstadion der SCB. Für knapp zwei Wochen wurde das Eisstadion in eine Turnhalle verwandelt. Kein einfaches Unterfangen. Das Spielfeld, wo im Winter die SCB-Profis ihre Runden ziehen, ist eigentlich zu klein für die vielen Turngeräte und Turnanlagen der Athleten.

«  Es wäre sehr schön gewesen, hier in Bern zu turnen. »

Claudio Capelli
Verletzter Berner Turner

Unfreiwillig zum Zuschauer wurde der Berner Turner Claudio Capelli. Er ist verletzt und verpasst die Heim-EM. «Hier in Bern zu turnen, wäre natürlich sehr schön gewesen», bedauert er. Auf der anderen Seite sei es aber auch einmal schön, so einen Anlass von aussen zu sehen. «Gerade im eigenen Land sind die Zuschauer wichtig», sagt er weiter. Da spüre man die Unterstützung besonders gut.

Platzprobleme verlangten nach Fantasie

«Wir hatten mit Platzproblemen zu kämpfen», sagte OK-Präsident Heinz Müller im Vorfeld der EM. Die Organisatoren griffen in die Trickkiste. Unter anderem mit speziell für diese EM angefertigten Pulte für die Wettkampfrichter konnte der Platz optimal genutzt werden. Zudem sorgten sich die Organisatoren vor zu kalten Temperaturen. Im Bereich der Athleten darf die Temperatur nicht unter 20 Graf fallen. Im Eisstadion gibt es aber keine Heizung, deshalb musste eigens eine für die EM installiert werden.

600 Athleten aus 39 Länder

Über 600 Athleten werden bis am Sonntag in einer Woche um Medaillen kämpfen. 39 Nationen sind vertreten – darunter auch ein Team aus Israel, denn die Israelis gehören in den verschiedensten Sportarten zu europäischen Sportverbänden und machen deshalb jeweils auch an Europameisterschaften mit. «Die Bedingungen in Bern sind für uns ideal», sagt Teammanagerin Vered Aksmon. «Unser Hotel befindet sich gleich in der Nähe, alles ist übersichtlich und gut organisiert.»

Alles perfekt also für erfolgreiche Wettkampftage? Fast. «Uns ist aufgefallen, dass gerade das Essen in der Schweiz enorm teuer ist», meint Vered Aksmon und schmunzelt. «Das soll uns aber nicht davon abhalten, eine gute Leistung zu zeigen.»