Der Kanton Bern lässt die UPD-Station Etoine durchleuchten

Der frühere Zuger Regierungsrat Hanspeter Uster nimmt die Station Etoine der Universitären Psychiatrischen Dienste (UPD) Bern unter die Lupe. Uster wurde vom Kanton mit der Untersuchung beauftragt, nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter die Führungskräfte kritisierte.

Der Spazierhof auf dem Dach. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ob in der UPD-Station Etoine alles rund läuft, soll der Bericht von Hanspeter Uster zeigen. ZVG

Der ehemalige Mitarbeiter hatte in einem Brief an Regierungsrat Philippe Perrenoud auf angebliche Missstände in der Abteilung hingewiesen. Diese leide unter unqualifizierten Führungskräften, mangelndem Einbezug der Mitarbeiter, Spannungen im Team und baulichen Mängeln.

Hanspeter Uster vor Mikrofonen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hanspeter Uster, hier an einer Medienkonferenz zum renitenten Rentner von Biel. Keystone

Die Station Etoine wurde 2011 für die Therapie und Unterbringung von Straftätern und gewaltbereiten Patienten gebaut. Der Ex-Mitarbeiter war im Sicherheitsdienst der Abteilung tätig.

Ob seine Kritik zutrifft, lässt der Kanton Bern nun von Experte Uster untersuchen. Das teilte die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) am Donnerstag mit und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «Der Bund».

Perrenoud behandle das Schreiben des Ex-Mitarbeiters als aufsichtsrechtliche Anzeige, hielt die GEF fest.

Usters Abklärungen sollten klar machen, ob die Aufsichtsbehörde eingreifen müsse. Der Experte soll gegebenenfalls auch aufzeigen, «welche Behörde welche Massnahmen zu ergreifen hat, um die Missstände zu beheben». Der Schlussbericht des externen Experten soll bis Ende Februar vorliegen. «Wir haben einen namhaften Experten beauftragt», sagt Carlo Tschudi, Vorsteher des Rechtsamtes der Gesundheits- und Fürsorgedirektion im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. «Wir werden seine Empfehlungen sehr ernst nehmen.»