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Bern Freiburg Wallis Der Kanton Bern will im nächsten Jahr 231 Millionen sparen

Das neuste Sparpaket liegt auf dem Tisch – es trifft besonders die Bereiche Gesundheit und Fürsorge. Beiträge an die Spitex, an Behindertenheime und an die Psychiatrie sollen gekürzt werden. Das Sparpaket verlangt auch den Abbau von über 600 Stellen.

Legende: Video «Berner Sparplan: 100 Stellen weniger für die Kantonspolizei» abspielen. Laufzeit 3:24 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 28.06.2013.

Der Titel des neuen Sparpakets ist sperrig: «Angebots- und Strukturüberprüfung». Der Umfang des Paketes ist gross. Die Berner Kantonsregierung will 2014 die Kantonsrechnung um 231 Millionen entlasten. Bis 2017 will sie im Ganzen das Budget um bis 491 Millionen entlasten und so Defizite verhindern. Die Sparliste ist lang. Sie umfasst über 120 Vorschläge, unterteilt in zwei Töpfe: Topf 1 wird sofort umgesetzt, Topf 2 wird aus politischen Gründen zurückgestellt.

Im Topf 1 muss besonders die Gesundheits- und Fürsorgedirektion die grössten Opfer erbringen. Bis 2014 sollen fast 95 Millionen eingespart werden, davon gut 20 Millionen bei den Beiträgen an die Spitex und 15 Millionen bei Beiträgen an Institutionen, welche sich um erwachsene Behinderte kümmern.

Bildung weniger betroffen

Gespart wird auch beim Staatspersonal. Die Lohnsumme soll maximal anderthalb Prozent pro Jahr wachsen. Mittelfristig will die Regierung bei der Verwaltung 600 Stellen abbauen, 100 davon alleine bei der Polizei.

Der Kanton möchte auch mehr Einnahmen generieren. In der Steuererklärung soll die Pauschale für Berufskosten abgeschafft werden. Dies bringt Einnahmen von 40 Millionen pro Jahr.

Dank diesen Sparanstrengungen soll die Rechnung des Kantons Bern bis 2017 immer ausgeglichen abgeschlossen werden. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen: Das Kantonsparlament wird über die Vorschläge diskutieren.

Heftige Reaktionen

Bei den Berufsverbänden und politischen Parteien kommen die Vorschläge der Regierung mehrheitlich schlecht an. Dank der Spitex könne der Eintritt in ein Altersheim hinausgezögert werden, sagt Lisa Humbert-Droz, Präsidentin vom Spitexverband Bern gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Werde nun bei der Spitex gekürzt, müsse man mit mehr Heimeintritten rechnen.

Auch der Abbau von 100 Stellen bei der Polizei löst beim Polizeiverband Kopfschütteln aus. Nun müssten weniger Leute die gleiche Arbeitsmenge bewältigen, sagt Präsident Markus Meyer.

7 Kommentare

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  • Kommentar von H.Moser, Basel
    Ich gehe wohl schon recht in der Annahme, dass wieder mal bei den schwächsten und alten gesparrt wird, und werden soll.? Nach dem sich einige unserer Politiker in Bern 47% Lohnerhöhung einverleibt haben, sollte jetzt schon bei den schwächsten eingesparrt werden, damit sich einige überhebliche unserer Regierung ja nicht einschränken müssen sich im Luxus auf Kosten der schwachen zu suhlen ..!! Und genügend ( einige Milliarden ) für den Rest der Welt sollte dann ja auch noch vorhanden sein.!!!
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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Sparpaket: Mir fehlen die personellen Einsparungen bei der gesamten allgemeinen Verwaltung. 10% weniger keine gegenseitigen Beschäftigungen und teilweise etwas mehr Leistung (weniger Konferenzen und nutzlose Klausuren, kontrollierte Aussendiensteinsätze, keine Überstundenkonti ab der 18. Gehaltsklasse, usw.); Ergebnis: Es bracuht keine Steuererhöhung und eine Sparübung ist überflüssig.
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    1. Antwort von L. Brand, Bern
      Genau meine Meinung Herr König. Wie lange soll das noch weitergehen, dass die Regierung auf dem Buckel der Schwachen, Alten und Behinderten ihre Gier und Unfähigkeit austrägt??
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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Die Alten nach Indien in Pflege geben, wäre sicher noch billiger. Kinder liessen sich in China günstig erziehen. Man soll endlich den von SVP-Mitgliedern verursachten Bankenskandal aufarbeiten und die Schuldigen sollen die dort entstandenen Schulden bezahlen. Dann ist das Budget bald ausgeglichen!
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    1. Antwort von K. Räschter, Schweiz
      @Alex Bauert, Bern: Mit einem SP-Giesskannen-Konzept, mit welchem man gerne das Steuer-Geld mit vollen Hände verteilt oder zum Fenster raus wirft, ist der baldige Budgetausgleich Wunschdenken.
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