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Wahlbetrug im Wallis «Der mutmassliche Wahlbetrüger schadet in erster Linie der SVP»

Der Fall erschüttert aber auch den Glauben in die Walliser Politik – und das schadet allen. Eine Analyse von Priska Dellberg.

Gestern wurde bekannt, dass der mutmassliche Wahlfälscher bei den Walliser Wahlen im März 2017 Parteimitglied der SVP ist. Seine Partnerin, die für die SVP im Walliser Kantonsparlament sitzt, ist gestern zurückgetreten.

Für die SVP bedeutet dieser Fall einen Imageschaden. Es ist peinlich, dass ausgerechnet die Partei, welche im März am lautesten gegen den Wahlbetrug opponierte, in die Affäre verwickelt ist. Auch wenn man nach jetzigem Kenntnisstand davon ausgehen kann, dass der Mann ein Einzeltäter ist.

Ungünstiger Zeitpunkt für die SVP

Der mutmassliche Wahlfälscher ist ein fanatischer Parteigänger, der seiner Partei helfen wollte – und genau das Gegenteil erreicht hat. Für die SVP, die nach der Abwahl von Oskar Freysinger klar geschwächt ist, kommt die Affäre zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt.

Noch mehr als die Partei betrifft der Wahlbetrug aber sicher die Familie des Täters. Sie wird zusammen mit ihm an den Pranger gestellt. Und das in einer Region, in der fast jeder jeden kennt.

Zwei Personen zu Unrecht abgewählt

Dazu kommt: Auch wenn der mutmassliche Täter von der Walliser Justiz verurteilt wird, gibt es keine Gerechtigkeit für alle. Denn es ist wahrscheinlich, dass im Oberwallis, wo das Resultat äusserst knapp war, zwei Personen aus dem Parlament abgewählt wurden aufgrund der Fälschungen. Möglicherweise gibt es keine Neuwahlen, um dies zu korrigieren, urteilen Juristen. Denn es wurde verpasst, rechtzeitig Rekurs einzureichen.

Wegen des Wahlbetrugs sitzen also im Walliser Kantonsparlament zwei Personen, die da nicht sitzen sollten. Das ist ein Problem für die Glaubwürdigkeit der Walliser Politik. Und das schadet allen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 06:32 Uhr)

Priska Dellberg Chanton

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Priska Dellberg Chanton

Seit 2007 arbeitet Dellberg bei Radio SRF, als Produzentin, Redaktorin und Moderatorin bei der Regionalredaktion BE FR VS. Seit 2015 ist sie Korrespondentin von Radio SRF im Wallis.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (Aetti)
    Wegen eines faulen Apfels wirft man ja nicht die ganze Harrasse weg... wegen eines Betruegers eine ganze Partei zu verunglimpfen ist genau so dumm und gemein...
    1. Antwort von Lucas Kunz  (L'art pour l'art)
      In aller Regel bleibt es nicht nur bei einem faulen Apfel ... es lassen sich immer noch weitere finden ... Vielleicht hat's sogar einen Auftraggeber gegeben, wäre ja durchaus denkbar bei denen.
    2. Antwort von Rolf Bolliger  (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Wenn Ihre verhasste Partei, Herr Kunz, wirklich voller "faulen Aepfel" wäre, hätte sie sich wohl kaum zur wählerstärksten Partei in unserem Land entwickelt! Wer eine SVP-Phobie mit sich trägt, der sieht bei jedem "Ungemach" nur rot! Alles, was diese Partei macht oder nicht macht, ist schlecht und schädlich....! Solche Einweg-Ideologen tun mir immer leid!