Der unruhige Ruhetag der Tour de France in Bern

Am Dienstag ruhte die Tour de France, gefahren wurde nicht. Zumindest nicht rennmässig, denn: Ruhetag ist nicht gleich Ruhetag. Ein Augenschein bei zwei Teams und in zwei Hotels.

«Die Fahrer müssen auch am Ruhetag auf das Fahrrad», sagt Matt Beaudin, der beim Team Cannondale für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. «Der Körper ist sich gewöhnt, jeden Tag Leistung zu bringen.» So zwei bis drei Stunden würden die Fahrer trainieren.

Daneben bleibe aber schon Zeit, um sich zu erholen: «Die Fahrer können länger schlafen, am Nachmittag gehen alle zur Massage und bis zum Abendessen haben sie frei», so Matt Beaudin. Diese Freizeit nutzten jedoch nicht alle Fahrer, um die Beine hochzulagern, wie dieses Video auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zeigt.

Beim Team Lampre nutzen einige Fahrer den Ruhetag auch für Vertragsverhandlungen, sagt Team-Doktor Luca Pollastri: «Wer zum Beispiel für nächstes Jahr noch keinen Vertrag hat, sitzt dann halt mit dem Teamchef zusammen».

«  Die Jungs würden sicher auch gerne ein paar Biere nehmen, aber... »

Matt Beaudin
Team Cannondale

Und wie sieht es aus mit Sightseeing in Bern? «Wir Betreuer werden sicher noch ein bisschen Bern besichtigen», sagt Matt Beaudin vom Team Cannondale. «Die Jungs würden sicher auch gerne ein paar Biere nehmen, aber die Tour dauert halt noch eine Woche.»

Für die Hotels ein Glücksfall

Die Teams sind weitherum in der Region verteilt, von Freiburg über Ipsach am Bielersee bis Spiez am Thunersee – und natürlich in der Stadt Bern. Für den Direktor des Holiday Inn in Bern-Brünnen, Ralf Stöckle, ist die Tour ein Glücksfall: «Am liebsten hätten wir die Tour de France das ganze Jahr hier», schwärmt er.

«  Am liebsten hätten wir die Tour de France das ganze Jahr hier. »

Ralf Stöckle
Direktor Holiday Inn

Die Fahrer seien sehr locker drauf, ganz anders als zum Beispiel Fussballer, so Stöckle. Auch Vincenzo Ciardo, Direktor der Accor-Hotels in Bern, ist begeistert von der Tour – trotz Mehraufwand: «Sie verlangen zum Beispiel mehrere Hundert Tücher für die Masseure oder frischgepressten Orangensaft, der nicht älter als zehn Minuten sein darf.» Aber Sonderwünsche, nicht nur von Sportlern, gehörten zum Job.

Auch Ciardo bezeichnet den Tour-Halt in Bern als Glücksfall: «Wenn man diese Fernsehbilder der Stadt Bern gesehen hat – wunderbare Bilder, die weltweit zeigen, wie schön unsere Region ist.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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