Der Wahlkampf, der kaum einer war

Am Sonntag wählen Freiburgerinnen und Freiburger ein neue Regierung, ein neues Parlament und neue Oberamtspersonen. Der Wahlkampf ist also in der heissen Phase – nur ist von «Kampf» kaum etwas zu sehen. Was ist die Ursache?

Wahlplakate nebeneinander aufgestellt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein friedliches Nebeneinander der Plakate – und auch der Kandidaten, könnte man meinen. Matthias Haymoz/SRF

Zeitungen, Strassenränder oder Werbetafeln sind zwar voll mit den Köpfen derjenigen, die neu- oder wiedergewählt werden wollen. Ein eigentlicher Wahlkampf ist aber kurz vor den Wahlen kaum auszumachen. «Das hat auch damit zu tun, dass in den letzten zwei Wochen Herbstferien waren», sagt Freiburg-Korrespondent Patrick Mülhauser. Viele seien in den Ferien gewesen – auch die Kandidatinnen und Kandidaten.

«  Ferien und Sachpolitik verdrängen den Wahlkampf. »

Patrick Mülhauser
Korrespondent SRF

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Freiburger Wahlen '16

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Alle Informationen zu den kantonalen Wahlen vom 6. und 27. November finden Sie im Dossier von SRF.

«Ausserdem tagt diese Woche noch das Kantonsparlament – Ferien und Sachpolitik verdrängen also den Wahlkampf», so Mülhauser. Ebenfalls bemerkenswert: Im Vergleich zu früheren Wahlen wurden heuer kaum Plakate beschmiert, versprayt oder zerstört.

Die zwei Bündnisse als «Maulkorb»?

Wohl der Hauptgrund für einen Wahlkampf ohne Gehässigkeiten ist, dass sich für die Wahlen in die Kantonsregierung zwei grosse Bündnisse gegenüberstehen. CVP, FDP und SVP mit einer gemeinsamen Liste – SP, Grüne und CSP mit einer anderen Liste. Auch wenn die Bündnispartner inhaltlich wenig gemeinsam haben.

«Gegen aussen sendet man so ein Zeichen der Einheit aus, das schwächt den Wahlkampf ab», sagt Patrick Mülhauser. Vor allem sei zum ersten Mal auch die SVP in einem bürgerlichen Bündnis dabei – und müsse nicht wie sonst Opposition betreiben.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)