Die Berner Reitschule – ein ewiges Thema

Die Debatte im Berner Stadtrat dreht sich am Donnerstag um den Leistungsvertrag mit der Reitschule. Nach den Krawallen vom vergangenen März werden die Forderungen nach verbindlichen Massnahmen gegen das Kulturzentrum lauter – Forderungen, die schon in der Vergangenheit unbeantwortet blieben.

Wenn am Donnerstag der Berner Stadtrat über den Leistungsvertrag diskutiert, dann wird das Sicherheitskonzept des Kulturbetriebs im Zentrum stehen. Nach den Ausschreitungen vom vergangenen März ist dieses Konzept verschärft worden. Damals bewarfen vermummte Randalierende die Polizei und die Feuerwehr mit Steinen. Elf Polizisten wurden dabei verletzt.

Das nachgebesserte Sicherheitskonzept verlangt nun, dass der Zugang zum Dach der Reitschule gesperrt wird. Auch soll in Zukunft die Evakuierung der Reitschule regelmässig geübt werden, um die Sicherheit der Besucher zu garantieren. Ferner setzt die Stadt einen Vermittler zwischen Reitschule und Polizei ein, den ehemaligen Bundesrichter Hans Wiprächtiger.

Nach den jüngsten Ausschreitungen hatte die Stadtregierung den Vertrag sistiert und Sanktionen gegen den Betrieb verhängt. Die Betreiber der Reitschule reagierten mit Kritik und warfen der Polizei Provokation vor.

Die unendliche Geschichte

Dass die Sanktionen der Stadt aber bisher nicht durchgesetzt wurden, ist symptomatisch. Seit der Besetzung in den späten 1980er-Jahre ist die Reitschule immer wieder Brennpunkt von Ausschreitungen zwischen linksradikalen Krawallmachern und der Polizei. Die Stadtregierung verurteilt die Gewalt jeweils, hat aber nie Sanktionen durchgesetzt. Die Diskussionen gleichen daher einem Ritual. Rechte Politiker fordern immer wieder die Schliessung des Kulturzentrums, linke Politiker beschwichtigen, und die Regierung dreht ein wenig an den Schräubchen in der Vereinbarung mit der Reitschule.

Grund ist die breite Akzeptanz in der linksgrünen Stadt Bern. Das Berner Stimmvolk hat sich bereits in fünf Abstimmungen für den Betrieb ausgesprochen. Man nimmt in Kauf, dass in einem offenen und stark frequentierten Haus nicht nur kulturinteressierte und friedliebende Leute ein und aus gehen, sondern auch problematische Figuren.

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