Die BLS wünscht sich für eine Milliarde Franken neue Züge

Die Bahn will 60 neue Züge kaufen. Damit soll bis in ein paar Jahren auf mehreren Linien in der Region Bern der Viertelstundentakt möglich werden.

Die BLS will in ein paar Jahren auf mehreren Linien der Berner S-Bahn den Viertelstundentakt anbieten. Deshalb braucht sie neues Rollmaterial. Sie plant den Kauf von etwa 60 Zügen im Wert von einer Milliarde Franken.

«  Ab 2020 sollen die ersten Züge ausgeliefert werden. »

Rudolf Stämpfli
BLS-Verwaltungsratspräsident

BLS-Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli sagt in einem am Dienstag in der «Berner Zeitung» erschienenen Interview, die BLS werde den Kauf wohl mit einem Kredit finanzieren, der mit einer Bundesbürgschaft hinterlegt werde. Das sei der gängige Weg. Den Kredit amortisiert die BLS in den Folgejahren mit Abschreibungen.

Ein Zug im Bahnhof Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gerade erst wurden neue Züge geliefert: Die 28 Doppelstockzüge «Mutz». zvg

Das belastet die Rechnung. Deshalb werden die Besteller des Angebots - die Kantone - zur Beschaffung grünes Licht geben müssen, so BLS-Sprecher Hugo Wyler auf Anfrage. Auch der Bund werde mitreden. Mit den neuen Zügen will die BLS alte Modelle ersetzen. Stämpfli geht derzeit eher nicht davon aus, dass das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz erneut Doppelstockzüge beschafft. «Wir benötigen ein Fahrzeug, das im Regionalverkehr einsetzbar ist, also etwa auf den Strecken Bern-Neuenburg und Bern-Luzern.»

Das Entlebuch sei nicht doppelstöckig befahrbar, ebensowenig ein Teil der Strecke von Bern nach Neuenburg. Im Idealfall beginne die Ausschreibung Ende 2015. «Dann könnte die Vergabe 2016 erfolgen. Ab 2020 sollten die ersten Züge ausgeliefert werden.»

Kein Tramersatz

Den Viertelstundentakt einführen möchte die BLS von Bern nach Ostermundigen, Münsingen, Flamatt, aber auch nach Niederscherli. «Wir planen auch eine neue innerstädtische Verbindung zwischen Brünnen und dem Wankdorf.» Vor der Aufnahme des Viertelstundentakts sind aber auf gewissen Strecken Gleisausbauten nötig.

Der Viertelstundentakt könne nicht das vom Volk abgelehnte Tram Region Bern ersetzten, sagt Stämpfli auch. «Einen Teil» des Tramverkehrs könne aber die S-Bahn aufnehmen.