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Legende: Audio Brigitte-Hauser Süess: «Ich ziehe lieber die Fäden im Hintergrund als im Rampenlicht zu stehen.» abspielen. Laufzeit 12:57 Minuten.
12:57 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 28.12.2018.
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Die Strippenzieherin Brigitte Hauser-Süess: «Ich wirke lieber im Hintergrund»

Sie ist die Frau, die Viola Amherd auf ihrem Weg in den Bundesrat begleitet hat: Brigitte Hauser-Süess. Die gebürtige Luzernerin wurde eigentlich im Juni pensioniert. Nun kehrt sie an der Seite ihrer Freundin und Weggefährtin Viola Amherd zurück in die Bundesverwaltung; als persönliche Beraterin der neuen VBS-Chefin.

Brigitte Hauser-Süess

Brigitte Hauser-Süess

Persönliche Beraterin von Viola Amherd

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Brigitte Hauser-Süess (64) besuchte die Handelsmittelschule in Luzern. Vor 42 Jahren zog sie ins Wallis und heiratete den Skilangläufer Edi Hauser. Gemeinsam haben sie einen Sohn.

1985 wurde Hauser-Süess für die CVP Oberwallis (CVPO) ins Kantonsparlament gewählt. Sie war auch Fraktionschefin und Parteipräsidentin der CVPO, bevor sie 2000 in die Kommunikationabteilung der Bundesverwaltung wechselte.

Brigitte Hauser-Süess hat unter anderem für die Bundesrätinnen Ruth Metzler, Eveline Widmer-Schlumpf und Doris Leuthard gearbeitet. Jetzt ist sie persönliche Beraterin von Bundesrätin Viola Amherd.

SRF News: Sie haben Viola Amherd auf ihrem Weg in den Bundesrat beraten und begleitet. Welcher Moment bleibt Ihnen in Erinnerung?

Brigitte Hauser-Süess: Der schönste Moment war, als Viola Amherd im ersten Wahlgang gewählt wurde. In diesem Moment kamen alle Anstrengungen, die Zweifel, die Müdigkeit und die Freude zum Ausdruck. Die Mühe hatte sich gelohnt.

Sie wurden in diesem Moment gefilmt, hatten Tränen in den Augen. Sind Sie ein emotionaler Mensch?

Ja, ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Ich denke, wenn man Tiefen nicht erleben kann, so kann man auch keine Höhen erleben.

Sie sind eine enge Freundin und Weggefährtin von Viola Amherd. Sie haben sie 1992 dazu motiviert, für den Stadtrat von Brig zu kandidieren. Könnte man sagen, Sie haben Amherds Politkarriere lanciert?

Nein, soweit würde ich nicht gehen. Sie war damals im Vorstand der Ortspartei. Aber ich habe immer klar gesagt: Wenn man angefragt wird und die Chance hat gewählt zu werden, dann muss man als Frau diese Chance ergreifen.

Damals herrschte eine Aufbruchstimmung.

Ich habe mich sehr gefreut, dass wir in den 1990er-Jahren in mehreren Gemeinden im Oberwallis Frauen im Gemeinderat hatten. So wie eben dann Viola Amherd im Stadtrat von Brig-Glis. Damals herrschte eine Aufbruchstimmung.

Sie waren Grossrätin, Fraktionschefin, Parteipräsidentin der CVP Oberwallis und Präsidentin der CVP Frauen Schweiz. Während dieser Zeit wurden Sie angefeindet, weil Sie sich 1997 für die Fristenlösung im Zusammenhang mit dem Schwangerschaftsabbruch eingesetzt haben. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an diese Zeit zurückdenken?

Das Plakat, in welchem ich als Babymörderin verunglimpft wurde, ist mir noch sehr präsent. Es gab Leute, die wegen mir die Strassenseite gewechselt haben und es gab auch Menschen, die mich angespuckt haben. Aber mir ist auch in Erinnerung geblieben, dass sich Frauen bei mir bedankt haben.

Ich wurde auf der Strasse von fremden Menschen bespuckt, weil ich mich für die Fristenlösung eingesetzt hatte.

Eine ältere Frau sagte mir, als sie das siebte oder achte Kind erwartet habe, habe sie versucht, die Schwangerschaft zu beenden, indem sie vom Küchentisch sprang und Absinth trank. Diese Geschichte hat mich tief bewegt.

2000 haben Sie ihre Politkarriere an den Nagel gehängt und in die Bundesverwaltung gewechselt. Sie haben für mehrere Bundesrätinnen gearbeitet. Wären Sie nicht selber gerne Bundesrätin geworden?

Nein, in meiner Rolle als Dienstleisterin fühle ich mich sehr wohl. Ich hatte immer Spass, mit meinen Chefinnen unterwegs zu sein und zu diskutieren. Aber ich blieb lieber im Hintergrund.

Das Gespräch führte Silvia Graber.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    Das sollte allen zu denken geben: Wäre Gerhard Pfister eine Frau, dann wäre er Bundesrat geworden und nicht Viola Amherd, welche schon vor 12 Jahren anstelle von Doris Leuthard hätte gewählt werden können. Damals war sie nicht gut genug obwohl älter als Leuthard. Geschlecht kommt vor Kompetenz. So ist es mittlerweile auch in vielen Staatsbetrieben. Die Post (insb. Frau Ruoff) lässt grüssen.
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    1. Antwort von Hans Hegetschweiler (hansicomment)
      Ach ja, man sieht halt, was man sehen will. Es gibt inkompetente Chefinnen und inkompetente Chefs. Und wenn nur eine Stelle offen ist, dann sind diejenigen Kandidaten, die sie nicht kriegen, nicht zwingend inkompetent. Aber wenn ihnen etwas Misogynie den Abend versüsst, dann sei ihnen das gegönnt.
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