Die Suche nach den Hausärzten von morgen

Beatrice Molinari musste ihre Praxis im freiburgischen Rechthalten nach der Pensionierung aufgeben. In fünf Jahren fand sie niemanden, der an ihrer Stelle weitermachen wollte. Heute sucht sie für den Kanton Bern medizinischen Nachwuchs.

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Bildlegende: Für ihre Praxis hat Beatrice Molinari keinen Nachfolger gefunden. Keystone

Dem Kanton Bern gehen die Hausärzte aus. Die angehenden Fachärzte werden lieber Spezialisten am Spital. «Die Jungen haben Respekt vor der Selbstständigkeit und davor, dass sie medizinisch ein enorm breites Wissen mitbringen müssen», erklärt Beatrice Molinari. Ausserdem sei die Entlöhnung tiefer als in einem Spital.

Ihre eigene Praxis im freiburgischen Rechthalten steht heute leer. Einen passenden Nachfolger haben Beatrice Molinari und ihr Mann, mit dem sie Praxis gemeinsam führte, keinen gefunden. «Wenn sich heute ein junger Arzt entscheidet aufs Land in eine Praxis zu gehen, dann kann er sich zwischen 30 Orten entscheiden», erzählt Beatrice Molinari. Heute sucht sie für den Kanton Bern junge Mediziner, die für eine Laufbahn als Hausarzt in Frage kämen. «Es geht um die unentschlossen. Hier müssen wir ansetzen.»

Beatrice Molinari hat ein Büro im Berner Institut für Hausarztmedizin. Von hier aus steht sie dem Nachwuchs zur Verfügung. Sie organisiert Weiterbildungen, macht Mentoring und stellt sicher, dass die Hausmedizin in der praktischen Ausbildung der Ärzte auch präsent ist. Seit einem guten halben Jahr ist sie nun für den Kanton im Einsatz - und sie stellt fest: «Man merkt einen Effekt. Es hat angezogen»