«Die Weisshornhütte ist mein Paradies»

Luzius Kuster verbringt seine 50. Sommersaison auf der Walliser SAC-Hütte. Er ordnet der Hütte alles unter. Sogar seine Gesundheit.

Eigentlich lässt es seine kaputte Lunge nicht mehr zu, auf fast 3000 Metern über Meer zu arbeiten. Der 69-jährige Hüttenwart kann schon länger nicht mehr zu Fuss hochlaufen. Das schmerzt ihn. Aber es hält ihn nicht davon ab, weiterzuarbeiten. Er fliegt jeweils mit dem Helikopter zu «seiner» Hütte.

«  Hier sehe ich jeden Tag, dass es nicht nur Schlechtes gibt auf der Welt. »

Luzius Kuster
Hüttenwart Weisshornhütte

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Der Berg und die Hütte

Das 4505 Meter hohe Weisshorn ist von vielen Orten im Wallis sichtbar. Die weisse Pyramide gilt als einer der anspruchsvollsten Gipfel der Walliser Alpen, alle Aufstiege sind lang. Die Weisshornhütte (2932 m ü.M.) bei Randa beherbergt die Bergsteiger, die den Berg über den Ostgrat besteigen. Sie gehört der SAC-Sektion Basel und ist 116 Jahre alt.

Es gebe keinen schöneren Ort, sagt Luzius Kuster. Der Lärm des Alltags und die traurigen Radionachrichten sind hier weit weg. «Hier sehe ich jeden Tag, dass es nicht nur Schlechtes gibt auf der Welt». Die Weisshornhütte oberhalb von Randa ist seit jungen Jahren der Wirkungsort des gebürtigen Baslers, der die Region bereits seit Kindertagen gut kennt.

Mit wenig zufrieden

Die Hütte ist klein und sehr einfach eingerichtet, was ihn aber überhaupt nicht stört. «Ich habe hier alles, einfach auf kleinem Raum», sagt Kuster. Dass es Pläne gibt, die Hütte zu renovieren versteht er zwar. Er ist allerdings ganz froh, wenn alles noch ein bisschen bleibt wie es ist.

Ohne die Hilfe seiner Familie könnte er die Arbeit als Hüttenwart schon lange nicht mehr erledigen. Seine Töchter kochen für die Gäste und übernehmen auch viele andere Arbeiten. Kuster möchte deshalb mit ihrer Hilfe weitermachen, so lange es möglich ist.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03 Uhr)