«Die Welt werden wir nicht verändern als Flüchtlings-Götti»

Geld und Kleider spenden, Zeit schenken - viele wollen den Flüchtlingen helfen. Gross ist auch das Interesse am Gotte-/Götti-Projekt von Caritas Bern. Doch: Wie wird sicher gestellt, dass die Flüchtlingskinder nicht von einem Trauma ins andere geraten?

In den Tierpark gehen, eine Geschichte vorlesen, mit anderen Kindern spielen: Das und mehr kann ein Götti, eine Gotte einem Flüchtlingskind bieten. Die Familie Spagnoli/Christofaro hat eine solche Patenschaft übernommen. Dieser Entscheid reifte in den Ferien in Süditalien. «Im gleichen Meer, in dem wir baden, ertrinken Flüchtlinge. Das kann einen nur betroffen machen», sagt Annalisa Spagnoli.

So wie die Familie Spagnoli/Christofaro aus Bern wollen viele Zeit schenken. «Das Interesse an diesen Patenschaften hat sprunghaft zugenommen», weiss Doris Stucki. Sie ist bei Caritas Bern unter anderem zuständig für dieses Projekt.

Alle InteressentInnen werden genau unter die Lupe genommen. Leumundszeugnis, Referenzen, Bewerbungsschreiben werden von ihnen verlangt. Wer eine Patenschaft eingeht, muss eine Vereinbarung unterzeichnen, es gibt eine Probezeit.

Die kleine Tochter freuts

Die Familie Spagnoli/Christofaro hat die Patenschaft für den kleinen Reoan übernommen, den jüngsten Sohn einer sechsköpfigen Flüchtlingsfamilie. Alleine mit ihm haben sie bislang noch nichts unternommen. Noch sind sie sich am Kennenlernen. Aber, so Annalisa Spagnoli: «Die Chemie stimmt.» Vier bis sechs Stunden Zeit für den Göttibub. Das wird von ihnen erwartet. Ihre eigene kleine Tochter hat den Göttibub auf jeden Fall schon ins Herz geschlossen. Es sei ein kleines Engagement, das die Welt wohl kaum verändern werde.

(SRF 4 News, 18:00 Uhr)