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Grosser Frust bei Tourismusorganisation
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 27.11.2019.
abspielen. Laufzeit 02:45 Minuten.
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Doch keine Verdopplung In der Aletschregion bleiben die Kurtaxen unverändert

Die Ferienorte rund um den Aletschgletscher wollten die Kurtaxen fast verdoppeln. Daraus wird jetzt aber nichts.

Wer in einem Chalet auf der Riederalp oder der Fiescheralp übernachtet, bezahlt pro Nacht 2.50 Franken Kurtaxe. Das ist zu wenig, fand die Tourismusorganisation Aletsch Arena AG. Sie wollte die Abgaben auf 4.90 Franken erhöhen. Mit dieser Erhöhung hätte die Destination weiterentwickelt werden sollen.

«Eine verpasste Chance, die schmerzt»

Fiesch und Riederalp hatten die geplante Erhöhung der Kurtaxen bereits angenommen. Die Gemeinde Bettmeralp sagte an ihrer Urversammlung jedoch knapp Nein. Und weil die Zustimmung aller betroffenen Gemeinden nötig gewesen wäre, ist somit das ganze Projekt gestorben - nach drei Jahren Vorarbeit.

Bei Raoul Calame, Geschäftsführer der Aletsch Arena AG, ist der Frust gross: «Es herrscht Katerstimmung. Für uns ist es eine riesengrosse Enttäuschung. Es ist eine verpasste Chance.»

Dafür wäre die höhere Kurtaxe eingesetzt worden

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Mit den Mehreinnahmen durch die höhere Kurtaxe hätte unter anderem die Einführung einer elektronischen Gästekarte finanziert werden sollen. Damit hätten Gäste im Sommer verschiedene Bahnen kostenlos nutzen können. Aus Sicht der Aletsch Arena AG wäre die Erhöhung der Kurtaxe daher ein Meilenstein und «für die Entwicklung der Region unabdingbar» gewesen.

Neben den höheren Abgaben hätte auch eine Kurtaxen-Pauschale für Zweitwohnungen eingeführt werden sollen. Für die Erhebung dieser jährlichen Gebühr sollte die durchschnittliche Belegung mit der Anzahl Betten und dem Kurtaxensatz multipliziert werden. Die Verantwortlichen rechneten dabei mit einer durchschnittlichen Belegung von bis zu 57 Tagen pro Jahr.

Kurtaxen-Pauschale war umstritten

«Diese Zahlen sind zu hoch», sagte Peter Koch, Präsident der IG Fiescheralp. Er könne nicht nachvollziehen, wie diese Berechnungen zustande gekommen seien. Zusammen mit rund 500 Besitzerinnen und Besitzern von Zweitwohnungen auf der Rieder-, Bettmer- und Fiescheralp wehrte er sich gegen das neue Reglement. Im Vorfeld hatten die Zweitwohnungsbesitzerinnen und -besitzer Flugblätter verteilt und für eine Ablehnung geweibelt.

Die Leute hatten Angst, ihre Wohnungen den Stammgästen plötzlich teurer zu vermieten.
Autor: Iwan EyholzerGemeindepräsident Bettmeralp

Bei der Urabstimmung in der Gemeinde Bettmeralp hätten vor allem ältere Bewohnerinnen und Bewohner die Erhöhung der Kurtaxe abgelehnt, sagt der Gemeindepräsident Iwan Eyholzer. «Die geplante Erhöhung löste Ängste aus. Viele trauten den Plänen der Tourismusorganisation nicht.» Ausserdem hätten sich viele einheimische Wohnungsbesitzer schwer getan mit der Vorstellung, ihre Ferienwohnungen teurer zu vermieten, um die höheren Kurtaxen wieder hereinzuholen, so Eyholzer weiter.

Rücktritt des Verwaltungsratspräsidenten

Nach der Ablehnung des neuen Kurtaxenreglements zieht Florian Ruffiner, Verwaltungsratspräsident der Aletsch Arena AG, persönliche Konsequenzen und tritt zurück. Neben dem bisher Erreichten habe der Entscheid auf der Bettmeralp auch «gewisse Graben und Grenzen» aufgezeigt, wird Ruffiner in einer Mitteilung zitiert.

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