«Don Quijote»: Spanische Ritterparodie nach Freiburger Art

Das Deutschfreiburger Talman-Ensemble zeigt ab Dienstag den spanischen Klassiker «Don Quijote». Unterstützung erhält das Profiensemble vom Freiburger Musiker Gustav, welche die Musik zum Stück schrieb - und auch selber mitspielt.

Don Quijote, eine Mischung aus Liebesgeschichte und Parodie auf die Ritterromane des späten Mittelalters, ist ein Klassiker der Literaturgeschichte. Für die Umsetzung auf der Bühne des «Espace Nuithonie» in Villars-sur-Glâne bedurfte das Stück allerdings einiger Änderungen.

«Aus Männerfiguren machte ich Frauenfiguren, aus 60 Akteuren machte ich sechs, darum haben alle mehrere Rollen», sagt Regisseur Niklaus Talman, welcher die Rolle des «Don Quijote» spielt.

Theater und Musik vermischt

Drei Schauspieler und drei Musiker sind auf der Bühne, wobei sich die Rollen vermischen. «Die Idee war von Anfang an, dass die Musik kein Fremdkörper ist. Darum sind die Musiker auch Schauspieler und die Schauspieler singen.»

Und so tritt zum Beispiel der Musiker Gustav, welcher die Musik zum Stück schrieb, auch als Barbier auf. «Ich hoffe einfach, dass ich meinen Text nicht vergesse. In der Musik kann ich mich retten, hier wohl nicht», sagt der Neo-Schauspieler und schmunzelt.

Einziges Profiensemble in Deutschfreiburg

Das Talman-Ensemble geniesst in Freiburg einen Sonderstatus: Es ist das einzige Berufsensemble Deutschfreiburgs. «Das bringt auch einen Erwartungsdruck mit sich, der bis zu einem gewissen Grad auch gut ist», sagt Niklaus Talman.

Das Ensemble wurde ursprünglich als «Basler Ensemble» gegründet. Nach diversen Gastspielen in Freiburg, wo Niklaus Talman seine Wurzeln hat, klopfte 2002 der Kanton Freiburg an: «Es war eine Fügung des Schicksals, dass der Kontakt zum Freiburger Amt für Kultur entstanden ist, und so zogen wir nach Freiburg um», erinnert sich Talman.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 12:03/17:30 Uhr)