Theater in Müntschemier Ehebruch, Geldspiel, Völlerei und Fluchen

Die Berner Obrigkeit hatte gegen den Sittenzerfall nach der Reformation in den Kirchgemeinden sogenannte Chorgerichte eingeführt. Die Protokolle dieser Sittenhüter bilden die Grundlage des Theaterstückes «Fluech u Säge» in Müntschemier.

Die Hauptfigur Hans Glötzli flucht in der Öffentlichkeit. Um der Strafe des Chorgerichts zu entgehen, verlässt er Frau und Kinder. Er geht als Söldner nach Frankreich. «Man glaubte, ein Fluch ziehe Gottes Zorn auf ein ganzes Dorf», erklärt Ueli Tobler. Er hat viele Protokolle des Chorgerichts vor 500 Jahren gelesen und daraus ein Theaterstück geschrieben.

Ausschnitte aus der Vorpremiere

1:37 min, vom 20.4.2017

«  Die verletzende Wirkung von Worten wird heute unterschätzt. »

Ueli Tobler
Pfarrer und Theaterautor

Das Stück «Fluech u Säge» des Theatervereins Müntschemier habe viel mit heute zu tun, sagt Ueli Tobler. Es gehe um religiöse Konflikte, Krieg und Flucht. Und es gehe um die Macht der Worte. Gerade heute, im Zeitalter der sozialen Medien, würden Worte oft unbedacht benutzt. «Die verletzende Wirkung von Worten wird unterschätzt.» Worte seien noch heute entweder «Fluch oder Segen».

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)