Ein bürgerliches Bündnis wider Willen in Freiburg

Bei den Staatsratswahlen im Herbst treten die Bürgerlichen zum ersten Mal mit einer gemeinsamen Liste an. Ihr erklärtes Ziel: Sie wollen einen fünften Sitz in der siebenköpfigen Regierung dazugewinnen. Gelingt ihnen das?

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Bildlegende: Der Job als Staatsrat im Freiburger Rathaus ist begehrt. Patrick Mülhauser / SRF

Am Donnerstag haben die Delegierten der CVP Freiburg ihren Kandidaten für die Staatsratswahlen im Herbst erkoren. Dies ist Vizekanzler Olivier Curty. Zum ersten Mal treten die bürgerlichen mit einer gemeinsamen Liste zu den Wahlen an: drei CVP-Kandidaten, zwei FDP-Kandidaten und 1 SVP-Kandidat.

Eigentlich eine klare Mehrheit

Das Ziel der bürgerlichen Parteien ist es, einen fünften Sitz in der siebenköpfigen Regierung zu holen. Ein fünfter Sitz läge durchaus im Bereich des Möglichen, sagt SRF-Freiburg-Korrespondent Patrick Mülhauser. Gemeinsam kämen die drei Parteien auf rund 70 Prozent Wählerstärke.

«Das bürgerliche Bündnis ist jedoch ein Bündnis Widerwillen», sagt er. Die CVP befürchte einen Sitzverlust und die SVP habe im Kanton alleine Mühe, einen Sitz in der Regierung zu holen. Vereinzelt sei an diesem bürgerlichen Bündnis aus den Parteibasen auch schon Kritik geübt worden. Mülhauser: «Zwischen der CVP und der SVP könnte es zu einem Kampf um einen Sitz kommen.» Möglich also, dass Wähler Kandidaten der anderen Parteien streichen werden.

Auffallend ist: auf der bürgerlichen Liste fehlen Frauen; die Parteien haben nur Männer nominiert. Daher dränge sich laut Mülhauser auch die Frage auf, ob die Wählerinnen das bürgerliche Bündnis abstrafen werden.