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Legende: Audio Künstler und Architekt Bruno Arn: «Ich möchte dem Dorf mit dem Requiem ein Geschenk machen» abspielen. Laufzeit 07:31 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 12.09.2019.
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Ein Requiem für Münchenbuchsee «Dort wo man sich aufregt, ist man zuhause»

Bruno Arn hat mitverfolgt, wie viele alte Häuser in Münchenbuchsee abgerissen wurden. Das hat ihn inspiriert.

«Requiem für B» – unter diesem Titel finden in Münchenbuchsee im September drei Aufführungen statt. Im Zentrum stehen dabei zehn Figuren, die Bruno Arn geschaffen hat.

Wo alles anfing

Bereits in den 1950er- und 60er-Jahren hat Bruno Arn als junger Mann Zeichnungen gefertigt von Häusern, die in Münchenbuchsee abgerissen wurden.

Besonders prägend war für ihn der Abriss des Bärensaals – eines alten Saals, der einem Restaurant angehörte. «Das war das kulturelle Zentrum im Dorf, dort haben alle Vereine musiziert, dort haben wir tanzen gelernt.» Doch eines Tages war der Bärensaal weg: «Ich hab damals in Zürich gearbeitet. Als ich nach Hause kam, sah ich dieses Trümmerfeld.»

Das Dorf musste immer mehr neuen Überbauungen Platz machen. Arn beobachtete diesen Wandel als Architekt sehr genau. Und wenn wieder ein altes Haus abgerissen wurde, machte ihn das zornig.

Bruno Arns Zorn wurde zur Kunst: Er zeichnete, er malte, er schrieb, er schuf Figuren. «Ich machte das nicht, um zu zeigen, wie es früher mal war – und dass es damals besser war.» Es sei einfach eine Momentaufnahme gewesen und eine Möglichkeit, die Wunden zu schliessen. Er sei keineswegs ein verbitterter Mann, der das heutige «Buchsi», wie er Münchenbuchsee nennt, nur schlecht findet.

Münchenbuchsee war wichtig.
Autor: Bruno ArnKünstler und ehemaliger Architekt

Am Esstisch sei das Dorf und was darin passiert das primäre Gesprächsthema gewesen, so Bruno Arn. «Dort wo man sich aufregt, ist man zuhause.» Wenn also wieder ein altes Haus einem neuen weichen musste, wusste es das ganze Dorf. Die Leute, die dort eingezogen sind, hätten sich schnell integriert, so Arn. Aber das Dorfbild habe sich nachhaltig verändert und Orte, die an Erinnerungen geknüpft waren, seien verschwunden.

Das Requiem für B

2014 wurde dann schliesslich auch der Löwensaal abgebrochen. Laut Arn war das der letzte Restaurant-Saal in Münchenbuchsee, in dem kulturelle Aufführungen mit anschliessender Bewirtung möglich waren. Die Dorfvereine verloren ihre Bühne. Arn wurde erneut zornig. Und griff erneut zum Pinsel.

Bild im Atelier von Bruno Arn.
Legende: Aus diesem Bild sind die lebensgrossen Figuren entstanden. Martina Koch / SRF

Eine Dorfmusik aus Skeletten erinnert an das, was einmal war. Doch beim Bild ist es nicht geblieben. Arn wollte mehr Dimensionen und entschied sich, aus den gemalten Figuren plastische Figuren zu machen.

Die Figuren von Bruno Arn in der Kirche.
Legende: So sehen die Figuren von Bruno Arn aus. Martina Koch / SRF

Seine Figuren werden nun zum Leben erweckt. Musiker Dieter Schürch komponierte einen Sound für zehn Musikanten, Autorin Stef Stauffer textete für zwei Sprechrollen. Aufgeführt wird das «Requiem für B» in der Kirche Münchenbuchsee.

Die Gruppe probt ihren Auftritt in der Kirche.
Legende: Einlick in die Probe in der Kirche Münchenbuchsee. Martina Koch / SRF

Man dürfe den Begriff «Requiem» nicht missverstehen, sagt Bruno Arn, auch wenn es sich dem Duden nach um eine Totenmesse handelt. Es wolle nicht nur vergangenen Zeiten nachtrauern. «Mit einem Requiem wird auch einfach etwas geehrt und geschaut, dass es nicht vergessen geht.»

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