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Oberarzt Sascha Albrecht: «Ich habe keine Angst»
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 22.03.2020.
abspielen. Laufzeit 18:45 Minuten.
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Einblick in den Notfall Wie ist es, jetzt als Arzt im Spital zu arbeiten?

Spitäler in der ganzen Schweiz machen sich bereit für Corona-Patientinnen und -Patienten. Nicht zwingend notwendige Operationen werden verschoben und nur noch wenige Eingriffe werden durchgeführt.

Aus dem Nachbarland Italien erreichen uns Bilder mit überfüllten Spitälern, überfordertem Pflegepersonal, Hilfe suchenden Patienten. Doch hier sei die Situation bisher ruhig, sagt Oberarzt Sascha Albrecht. Doch das sei nur eine Frage der Zeit.

Dr. med. Sascha Albrecht

Dr. med. Sascha Albrecht

Oberarzt Allgemeine Innere Medizin

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Sascha Albrecht ist 33 Jahre alt, kommt aus Brig-Glis und ist Oberarzt am Berner Inselspital. Zurzeit arbeitet er im Notfallzentrum des Inselspitals.

SRF News: Wer meldet sich im Moment auf der Notfallstation des Inselspitals – sind es vor allem Leute, die Angst haben, sie seien mit dem Coronavirus infiziert?

Sascha Albrecht: Es kommen schon viele Menschen, die Schnupfen, Husten oder Fieber haben und deshalb glauben, sie hätten das Coronavirus.

Hatten Sie selbst schon Kontakt mit Infizierten?

Ja, mehrere Kontakte.

Haben Sie Angst, sich selbst anzustecken?

Nein – ich fühle mich ziemlich sicher. Ich bin es mir gewohnt, mit infizierten Patientinnen und Patienten umzugehen. Wir tragen Schutzkleidung, Schutzbrillen, eine Maske und wir desinfizieren uns die Hände. Das machen wir auch, wenn keine Corona-Pandemie da ist.

Wie ist die Stimmung aktuell im Spital?

Es gibt eine leichte Spannung, es fühlt sich an, wie die Ruhe vor dem Sturm. Seit ich auf dem Notfall bin, ist es ziemlich ruhig. So eine ruhige Phase habe ich noch nie erlebt.

Es fühlt sich an, wie die Ruhe vor dem Sturm.

Ich weiss nicht, ob die Patienten das Spital meiden wollen, damit sie auf keinen Fall Kontakt zum Coronavirus haben. Gleichzeitig wurden viele Operationen abgesagt, das Spital ist also ziemlich leer. Es ist schon speziell, im Moment im Spital zu arbeiten. Überall liest man von der Pandemie – im Spital ist es aber noch sehr ruhig.

Was löst das in Ihnen aus?

Eine gewisse innere Spannung. Man erwartet, dass bald irgendetwas passiert, dass es bald losgeht. Aber Angst habe ich nicht.

Haben Sie das Gefühl, dass das Spital bald überrannt wird?

Aufgrund der Daten ist anzunehmen, dass die Anzahl Infizierte und Tote steigen wird und auch die Spitäler voller werden. Denn, mehr Infizierte heisst auch, dass mehr Infizierte hospitalisiert werden müssen, weil sie zum Beispiel Mühe haben mit dem Atmen.

In Italien hat es bereits jetzt teilweise zu wenig Lungenmaschinen für die Beatmung und die Ärzte müssen entscheiden, wen sie an eine Maschine anschliessen und wen nicht. Wie sieht das hier aus?

Auch hier bereiten wir uns auf eine solche Situation vor. Die Entscheide werden aber immer im Team zusammen mit den Betroffenen gefällt und sie sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Das machen wir immer so.

Wir müssen uns darauf vorbereiten.

Im besten Fall kommt es nicht so weit, aber wir müssen uns darauf vorbereiten.

Das Gespräch führte Martina Koch.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr; kocm;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Es wird interessant werden, die Verkehrs- Arbeits- und Freizeitunfallstatistik in einigen Monaten zu studieren. Kann es sein, dass es darum auch so ruhig ist in der Notaufnahme?
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  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Lieber Dr. Sascha Albrecht, danke für die ermutigende Einstellung zur aktuellen Krise. Schön, mal was anderes zu lesen als das was Koch-Berset verbreiten. Mehr als die Hälfte de Patienten auf IPS sind lange keine 65 Jahre alt aber die behördlichen Verbote treffen die Alten.
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    1. Antwort von Nicole Amacher  (Maxima2)
      Die Behördlichen Massnahmen treffe die Alten????? Sie haben aber schon gehört, dass alle Schulen zu sind? Das Eltern nun nicht mehr wie gewohnt arbeiten können? Das wir mit unseren Kindern gebeten werden zu Hause zu bleiben?
      Es trifft auch die Jungen und alle Eltern!
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    2. Antwort von Mario Veraguth  (Mariov)
      Und es trifft vor allem auch uns Arbeitgeber , welche sich extrem anstrengen unter diesem Umständen, angst um die Existenz haben, sich sorgen um die Mitarbeiter und alles geben um die Wirtschaft, und somit auch den Wohlstand der AHV Generation zu erhalten. Oder das Geschäft einfach von heute auf morgen schliessen müssen! Also bitte nicht so kurz gedachte Kommentare !!!
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