Einigkeit unter Bündnispartnern? Von wegen

Bei den Wahlen in die Freiburger Kantonsregierung stehen sich zwei grosse Bündnisse gegenüber. Einig sind sich die Kandidaten innerhalb der Bündnisse aber lange nicht immer – vor allem auf bürgerlicher Seite.

Das Rathaus Freiburg mit den Logos der Parteien. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zwei Blöcke stehen sich bei den Wahlen gegenüber – zwei äusserst heterogene Blöcke. Matthias Haymoz/SRF

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Freiburger Wahlen '16

Freiburger Wahlen '16

Alle Informationen zu den kantonalen Wahlen vom 6. und 27. November finden Sie im Dossier von SRF.

Hier das bürgerliche Bündnis mit sechs Kandidaten aus CVP, FDP und SVP, dort das linke Bündnis mit fünf Kandidaten und Kandidatinnen aus SP, Grünen und Mitte Links – CSP: Sie werden die sieben Sitze in der Freiburger Kantonsregierung wohl unter sich ausmachen, den restlichen drei Anwärterinnen und Anwärtern werden höchstens Aussenseiterchancen eingeräumt.

Gleiches Bündnis heisst aber noch lange nicht, dass die Kandidaten und Kandidatinnen inhaltlich auch die gleichen Positionen vertreten. Die Online-Wahlhilfe Smartvote hat allen Kandidierenden 47 Fragen zu aktuellen politischen Themen gestellt – vom Asylzentrum an der Universität über Geld für Kitas bis zu einem Anstellungsstopp für Kantonsangestellte. Die Auswertung ergibt folgendes Bild:

  • Nur in 14 von 47 Fragen sind die bürgerlichen Kandidaten einer Meinung. Die linken Kandidierenden vertreten immerhin bei mehr als der Hälfte der Fragen – 25 von 47 – die gleiche Meinung.
  • Die grösste «Abweichlerin» kommt dafür aus dem linken Lager: Bernadette Mäder-Brülhart (CSP) ist gleich vier Mal anderer Meinung als der Rest des Bündnisses. Bei den Bürgerlichen vertritt Olivier Curty (CVP) drei Mal eine andere Position.
  • Das klassische «Links-Rechts-Schema», bei dem alle Bürgerlichen die eine Position vertreten und alle Linken die andere, zeigt sich nur bei drei von 47 Fragen. Bei vier Fragen sind alle elf Kandidierenden gleicher Meinung.

Gleich fünf in der «falschen» Partei

Interessantes zeigt auch der Blick auf die «Smartmap». Diese positioniert alle Kandidatinnen und Kandidaten auf Grund ihrer Antworten zwischen links und rechts, sowie liberal und konservativ – und vergleicht diese Positionen mit der Parteibasis.

Grafik Smartvote. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Smartmap. Smartvote

Dabei zeigt sich: Gleich fünf Kandidierende müssten aufgrund ihrer Smartvote-Antworten die Partei wechseln – und gleich drei davon zur GLP: Olivier Curty und Georges Godel (CVP) sowie Marie Garnier (Grüne). Jean-Pierre Siggen (CVP) und Maurice Ropraz (FDP) müssten ausserdem die Partei tauschen.

Ganz anders die SP: Die Antworten von Anne-Claude Demierre, Jean-François Steiert und Ursula Schneider Schüttel liegen alle innerhalb ihrer «Parteigrenzen», ebenso diejenigen von Bernadette Mäder-Brülhart (CSP).

Eine eigene Schiene fährt Stéphane Peiry (SVP), der noch etwas rechter und liberaler ist als seine Partei – und somit alleine am rechten Rand politisiert.