Erfolg mit der beruflichen Integration von Berner Erwerbslosen

Der Kanton Bern hat mit zwei Pilotprojekten Erfahrungen gesammelt, wie Langzeitarbeitslose wieder in die Berufswelt integriert werden können. Die Bilanz fällt so gut aus, dass die beiden Projekte definitiv eingeführt werden.

Die Sozialfirma gadPlus AG in Biel hat rund 120 Arbeitsplätze. Bewerben können sich alle Bezügerinnen und Bezüger von Sozialhilfe, die selbständig arbeiten können, motiviert und mehr als 25 Jahre alt sind.

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Bildlegende: In Büros, Küchen oder auch im Stadtarchiv hat der Verein Jobtimal.ch Stellen geschaffen Symboldbild/Keystone

Wenn die Sozialfirma sie anstellt, bezahlt sie auch den Lohn und entlastet die Sozialhilfe. Nach drei Jahren decke die Sozialfirma die Löhne des Kaders und die Betriebskosten vollständig durch ihre Erträge am Markt, zieht die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion am Dienstag Bilanz. Aufgrund dieses Erfolgs und der grossen Nachfrage werde der Ausbau der Sozialfirma an einem anderen Standort geprüft.

Der Verein Jobtimal.ch wurde gegründet, um das sogenannte Teillohnmodell umzusetzen. Bei diesem Modell zahlt der Arbeitgeber einen branchenüblichen Lohn, welcher der erbrachten Leistung entspricht. Sei der Lohn nicht existenzsichernd, richte der Sozialdienst die Differenz aus.

21 Personen vermittelt

Hier seien während der dreijährigen Pilotphase 52 Personen begleitet worden, berichten Kanton und Stadt Bern, 21 von ihnen hätten vermittelt werden können. Dank der erzielten Löhne habe die Sozialhilfe Einsparungen realisiert: «Das Projekt schrieb bereits im zweiten Betriebsjahr schwarze Zahlen, das heisst, die Einsparungen waren höher als die Kosten.» Deshalb wird auch dieses Projekt ab 2016 zum definitiven Angebot für langzeitarbeitlose Bezügerinnen und Bezüger von Sozialhilfe.