Erfolgsmodell Gesamtschule: «Fast wie eine Grossfamilie»

Die Gesamtschule Lindental gibt es nach 300 Jahren immer noch. Obwohl im Tal zu wenig Kinder leben: Das Konzept der Schule zieht viele auswärtige Kinder an.

Fast wäre die Gesamtschule Lindental vor ein paar Jahren geschlossen worden, wegen Kindermangels. Da besannen sich der Lehrer und engagierte Einheimische der Stärken ihrer Schule. Sie gaben sich ein Profil und gingen damit erfolgreich auf Werbetour. Unterdessen wollen mehr auswärtige Eltern ihre Kinder in die Gesamtschule Lindental schicken, als diese aufnehmen kann.

Fast wie eine Familie

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300 Jahre Schule Lindental

Am Wochenende feiert die Gesamtschule Lindental ihr 300-Jahr-Jubiläum mit einem grossen Klassentreffen und einem Schulfest.

Die wichtigste Besonderheit: Alle Kinder sind von der 1. bis zur 9. Klasse im gleichen Schulzimmer. «Alle helfen einander, das hat den Charakter einer Grossfamilie», sagt Lehrer André Schibli gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Die kleineren Kinder würden die grösseren als Idole ansehen. «Das tut den Grossen gut.» Umgekehrt schauten die Grösseren zu den Kleinen, etwa beim Turnen auf dem Pausenplatz oder bei einem Ausflug.

A propos Turnen: Die Gesamtschule Lindental hat keine Turnhalle. «Wunderbar», findet eine Mutter, die ihren Sohn aus Boll ins Lindental fährt: «Draussen zu turnen ‹fägt› für die Kinder.»

Das sieht auch der Erstklässler Florian so. Ihm gefalle es hier besonders, weil es eine Gesamtschule sei, sagt er. Weil man sich gegenseitig helfen könne. «Und weil es keine Turnhalle hat.»