ETH dreht bei Gletscherunfällen das Rad der Zeit zurück

Der EHT Zürich ist es gelungen, ein Gletscherunglück von 1926 aufzuklären. Das Schicksal von vier jungen Walliser Alpinisten am Aletschgletscher ist geklärt, weil die Wissenschafter die Bewegungen des Gletschers quasi rückwärts ablaufen liessen.

Zwei englische Alpinisten entdeckten die vier Lötschentaler Bergopfer von 1926 und ihr Fernglas. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zwei englische Alpinisten entdeckten die vier Lötschentaler Bergopfer von 1926 und ihr Fernglas. Keystone

Die Wissenschaftler haben errechnet, dass sich die 4 jungen Bergsteiger zur Zeit des Unfalls nördlich der Hollandiahütte befunden haben. An diesem Nachmittag habe es einen heftigen Sturm mit viel Schnee gegeben, sodass die Bergsteiger aller Wahrscheinlichkeit nach erfroren seien und dann vom vielen Schnee begraben worden seien, so dass sie auch nach wochenlanger Suche nicht gefunden wurden.

Jetzt aber hat der Gletscher die Opfer nach 88 Jahren freigegeben. Und aufgrund einer Simulation der Gletscherbewegungen kann man ihren Weg rekonstruieren - über Kilometer, zum Teil 250 Meter tief im Eis eingeschlossen.

Prof. Funk von der ETH zeigt sich überzeugt, dass mit diesem Modell jetzt auch nach anderen Vermissten gesucht werden könne: Zum Beispiel beim amerikanischen Militärflugzeug, das am 19. November l946 auf dem Gauligletscher eine Bruchlandung machte und seither verschwunden ist. Das Modell könnte simulieren, wann das Militärflugzeug wieder vom Gletscher freigegeben wird.