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Explosionsgefahr in Mitholz «Wir können hier so nicht weiterleben»

Das Verteidigungsdepartement informierte die Dorfbewohner – allerdings viel weniger detailliert als erhofft.

Legende: Video Keine schnelle Räumung des ehemaligen Munitionslagers abspielen. Laufzeit 05:35 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 09.10.2018.

Wie weiter mit der Gefahr, die vom Munitionslager Mitholz im Berner Oberland ausgeht? Das Verteidigungsdepartement (VBS) kann es nicht sagen. Der Bevölkerung von Mitholz wurde dazu fast nichts gesagt.

Bruno Locher, Chef der Abteilung Raum und Umwelt des VBS, nennt immerhin eine Jahreszahl: «Wir gehen heute davon aus, dass wir Mitte 2020 genügend Grundlagen haben, um entscheiden zu können, welche Variante man weiterverfolgt und zur Umsetzung bringt.»

Räumen, sprengen, zubetonieren: Bis Mitte 2020 sollen Fachleute nun genügend Erkenntnisse zum Zustand der Munitionsreste im alten Depot sammeln. Die vorgestellte Risikoanalyse hat dafür zu wenig Substanz. Ihre Annahmen zu Menge, Zustand und Lage der Granaten und Fliegerbomben sind zu unsicher. Aber dazu war die Analyse auch nicht gedacht.

Bruno Locher
Legende: Bruno Locher vom VBS kann der Bevölkerung von Mitholz keine Gefahrenbeseitigung garantieren. Keystone

Sie hat ihre Aufgabe erfüllt. Sie zeigt, dass Mitholz gefährdet ist – und vorerst auch bleibt. Die Menschen im Dorf müssen sich noch gedulden. Dabei möchten sie nur wissen, wann und wie das VBS die Munition räumen wird.

Weiterhin offene Fragen

«Ich verstehe, dass die Leute das Risiko beseitigen wollen. Auf der anderen Seite können wir das heute nicht garantieren», so Locher. Es gebe sehr viele offene Fragen, die noch geklärt werden müssten. «Ob wir effektiv bei der Räumung landen, oder ob es andere Möglichkeiten gibt, dieses Risiko in einen tragbaren Bereich zu bringen, das werden die Untersuchungen zeigen.»

Locher erfüllt den Wunsch der Menschen in Mitholz nicht. Das VBS spricht zwar vom Risikominderung und richtet ein Frühwarnsystem ein. Sensoren sollen Alarm schlagen, wenn die Explosionsgefahr steigt. Doch damit werde er sich nicht zufrieden geben, erklärt Gemeindepräsident Roman Lanz: «Wir können mit dieser Risikominderung hier so nicht weiterleben, das geht nicht.»

Roman Lanz
Legende: Gemeindepräsident Roman Lanz ist enttäuscht. Er hatte mehr vom Bericht des VBS erwartet. Keystone

Ein Zwiespalt: Das VBS braucht Zeit für umfangreiche Abklärungen und verspricht die volle Beseitigung der Munition nicht. Die Menschen in Mitholz wollen die Gefahr aber möglichst rasch ganz weghaben und müssen abwarten.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Während dem wir über die Sünden von gestern debattieren, verursachern wir schon die Sünden von morgen. Der Mensch lag immer falsch, wenn es um das Abwägen von langfristigen Gefahren und schnellen Lösungen ging. Die AKW's und die Kehrichtdeponien der 50er und 60er lassen grüssen. Die nächsten Probleme sind Klima, Computerschrott, Spritzmittel......etc.
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  • Kommentar von marc rist (mcrist)
    Ein ehemaliger Vorsteher des VBS fuhr täglich 2 mal an diesem Munitionslager vorbei. Aufkärungsbedarf hat er offensichtlich keinen gesehen...
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    1. Antwort von Alex Terrieur (Imfeld)
      Die feste Überzeugung des Vorsitzenden (der Name ist mir auch entgangen) des NNSK war im Jahr 2013: "Schanzen braucht das Land", 5.6 Millionen brauchts dafür!
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Ogi war auch mehr am Sport interessiert als an der Landesverteidigung. Dies nachdem man ihn zu Gunsten eines SP-lers im BR wegbugsiert hat, wohlverstanden, habe ich es ihm auch nicht übel genommen.
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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Deutschland kennt ein ähnliches Problem schon seit 70 Jahren. Nur übers ganze Land verteilt. Mit 1-2 toten Sprengmeistern pro Jahr. Und einer Regierung, die immer noch nicht genug Geld für die Beseitigung locker machen will, weil sie die lauernde Gefahr nicht wahrhaben möchte.
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    1. Antwort von Andreas Remark (andrema)
      Wieder mal typisch: Statt sich mit dem Problem an/vor der eigenen Haustüre auseinanderzusetzen, zeigt man mit erhobenem Zeigefinger lieber auf andere Haustüren. Googelt man dann noch nach dem Wahrheitsgehalt der zitierten, alljährlich getöteten 1-2 Sprengmeistern in D, so zeigt sich, dass der letzte tödliche Zwischenfall aus dem Jahr 2010 stammt. Fazit: Angesichts solcher Kommentare bleibt einem nur noch Kopfschütteln.
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    2. Antwort von Achim Frill (Afri)
      Remark, fühlen Sie sich jetzt besser, wenn Sie hier mit Beleidigungskeule eindreschen? Was soll das? Ich habe ja nur einen interessanten Vergleich aufgezeigt. Im übrigen rate ich Ihnen, sich Ihr Wissen nicht nur per google anzueignen. Es gibt auch seriöse TV-Sender wie z.B. Arte, die interessante Berichte über den Kampfmittelräumdienst in D zeigen, und da war der letzte Tote nicht 2010. Aber egal.
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