FC Thun geht auf die Suche nach neuen Fans

Seit zehn Jahren hat der FC Thun immer etwa gleich viel Publikum, wo auch immer, wie auch immer und gegen wen auch immer die Thuner spielen. Rund 5000 Leute kommen jeweils. Aber eigentlich müssten es mehr sein. Nur sind sie schwer zu finden.

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Bildlegende: FC Thun vor halbvollen Rängen - gesucht sind neue Fans Keystone

Der FC Thun hat eine treue Fangemeinde. Aber sie bleibt unter sich. Der FC Thun und die Stadionbetreiber rätseln: «Wir bringen wir mehr Leute an die Spiele?»

Die Zahlen sind verblüffend: 2004 bis 2006 in der Super League samt Abenteur in der Champions League: zwischen 4800 bis 5200 Leute durchschnittlich pro Saison im altehrwürdigen Lachenstadion.
2008 bis 2010, nach dem Abstieg in die Challenge League: durchschnittliche Auslastung zwischen 2'300 und 2700 Fans.
2011, mit der Eröffnung des neuen Arena-Stadions, ein Rekord: 6100 Gäste. Seither pendeln sich die durchschnittlichen Besucherzahlen zwischen 4900 und 5300 ein. Dies sind praktisch die gleichen Werte wie zehn Jahre zuvor.

Es fehlt die selbstverständliche Fan-Tradition wie bei YB

«Wir sind immer etwa unter uns und haben es gut dabei. Aber es wäre fällig, im Oberland aktiv nach neuen Fans zu suchen. Zuviele Fussballfreunde fahren an unserem Stadion vorbei nach Bern zu YB», sagt zum Beispiel Fan-Urgestein Roger Tellenbach.

«Nicht mehr Oberland und noch nicht Bern», bilanziert Konrad Hädener, Präsident von Sport Thun, der Dachorganisation aller örtlichen Sportvereine im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Dazu komme ein Stadion, das wegen Lärmauflagen derzeit nur 6000 statt 10'000 Leute reinlassen dürfe. «Das ist ungünstig, trotz spektakulärem Fussball.»

Carlos Reinhard, der Präsident der Stadion-Besitzerin «Genossenschaft Arena Thun», kennt das Problem auch. «Uns fehlt noch die Tradition von YB, wo schon der Grossvater dabei war. Diese müssen wir aufbauen.» Die Genossenschaft ist an einem prosperierenden Stadion interessiert, aus wirtschaftlichen Gründen. «6'000 Leute im Durchschnitt bräuchten wir, damit das Stadion gut läuft.» Reinhard wie Hädener bemängeln dazu fan- und familienunfreundliche Sachzwänge, zum Beispiel bei der Spielplangestaltung oder bei unmöglichen Anspielzeiten.

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Bildlegende: Der Präsident des FC Thun, Markus Lüthi Keystone

So versucht der FC Thun, mit geduldiger Jugendarbeit Terrain gutzumachen. Und so die Fans der Zukunft zu generieren. Und geht zugleich in die Offensive im Berner Oberland.

«Ich schicke meine Spieler raus. Wir wollen uns die Zeit nehmen, auch wenn es nicht von heute auf morgen geht», sagt FC Thun-Präsident Markus Lüthi. Denn für ihn ist auch klar: Nur mit der Stadt und Region Thun holt man die nötigen neuen Fans nicht. "Wenn wir durchschnittlich 5'500 Eintritte hätten, wären wir auf der sicheren Seite. Mit einem Durchschnitt von 6'000 Fans wären wir sehr gut dran." Das sind vielleicht 300 bis 700 Fans mehr. Nicht viel - aber offensichtlich eine hohe Hürde.