Figaro am Stadttheater Biel: Rap trifft auf Rossini

Wenn sich im Stück «Figaro» Rapper Manillio mit Rossinis Heldenfigur duelliert, begegnen sich Welten, die mehr gemein haben, als man denkt. Bei der Uraufführung am Theater Biel Solothurn spannt der Berner Komponist Christian Henking den stilistischen Bogen von Belcanto bis Hip-Hop.

Es ist die erste Auftragsarbeit im Bereich Musiktheater seit fast 20 Jahren. Mit ihr gehen die Verantwortlichen von Theater Biel Solothurn ein wohlkalkuliertes Risiko ein. Das Stück aus der Feder des Berner Komponisten Christian Henking und des Bieler Autors Raphael Urweider ist stellenweise schrill und sperrig. Kein Problem, sagt Theaterdirektor Dieter Kägi: «Ohne Risiko wäre das Theater tot.»

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Infos Solothurn und Baden

Vorstellungen in Solothurn (Rythalle) am 7.3./13.3./2.4./12.4./7.5., jeweils 19.30 Uhr. Aufführung in Baden (Kurtheater) am 29.3., 19.30 Uhr.

Durch die Integration der Solothurner Rappers Manillio (mit Texten des Berner Rappers Greis) ins Stück erhält das Werk eine poppig-frische Note. «Rossini war der erste Rapper der Operngeschichte», sagt Franco Trinca, der stellvertretende Leiter des Bieler Musiktheaters. Kaum ein Komponist habe seine Sänger schneller singen lassen, sagt er gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Die Oper «Figaro» am Bieler Stadttheater ist ein Stück moderne Musik. Doch soll dies kein Hindernis sein, sie sich anzuhören, sagt Raphael Urweider. «Zeitgenössische Musik ist für jene, die sich nicht damit beschäftigen, immer eine Art Schock.» Christian Henkings Kost sei nicht einfach zu verdauen, meint Urweider, gleichwohl sei das Stück lustig und leicht geworden.