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Legende: Audio Wie Geflüchtete das historische Museum zeigen abspielen. Laufzeit 05:14 Minuten.
05:14 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 03.04.2019.
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Flüchtlinge als Museumsguide Was der Bauernkrieg mit dem Leben von Syam zu tun hat

Neue Perspektiven auf bekannte Objekte: Fünf Menschen mit Migrationshintergrund führen durchs Historische Museum Bern.

Syam Yousufa ist einer der fünf Museums-Guides. Er stammt ursprünglich aus Afghanistan. Auf seinem Rundgang durch das Historische Museum in Bern verknüpft er seine eigene Geschichte mit Objekten aus dem Museum.

Anhand einer Szene aus dem Bauernkrieg erzählt er, wie Krieg Menschen zur Flucht treiben kann. Das Schwert aus Afghanistan in der Vitrine im orientalischen Saal erinnert ihn an seinen Grossvater, der ein solches als Dekoration in seinem Haus hatte. Wieso sie keines hätten, habe er seinen Vater gefragt. Dieser habe geantwortet: «Das hier ist mein Schwert» und auf seinen Kugelschreiber gezeigt.

Hinter der Idee steckt der Verein Multaka. Multaka heisst auf arabisch Treffpunkt. Und ein solcher Treffpunkt will das Historische Museum sein - von Menschen von hier, die mit den Menschen von dort zusammen kommen. Das Publikum soll so die ausgestellten Objekte mit anderen Augen sehen.

Migration gehört zum Menschsein

Jeder der fünf Multaka-Guides wählt die Stationen seines Rundgangs selber aus. Der Archäologe aus Eritrea, der früher zum antiken Reich von Saba forschte, führt die Museumsbesucher zu archäologischen Funden aus dem Kanton Bern, weil Migration schon immer zum Menschsein gehört habe.

«Es ist ein Beitrag zur Integration», sagt Museumsdirektor Jakob Messerli. Das passe zur Strategie des Museums, Angebote für ganz unterschiedliche Menschen zu machen und nicht nur das Stammpublikum anzusprechen. Eine konventionelle Museumsführung, bei der wissenschaftliche Kenntnisse vermittelt werden, seien die Multaka-Führungen nicht.

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