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Stellenabbau bei Air-Glaciers – das Unternehmen erklärt sich
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 06.05.2020.
abspielen. Laufzeit 04:02 Minuten.
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Flugunternehmen in der Krise Air-Glaciers baut bis zu 60 Stellen ab

Das Walliser Heli-Unternehmen hat finanziell ohnehin gelitten, nun kam die Coronakrise dazu.

Beim Walliser Heli-Unternehmen Air-Glaciers sind 60 von insgesamt 146 Stellen bedroht. Die Unternehmensleitung informierte die Mitarbeitenden am Dienstagabend an einer Videokonferenz, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Sie bestätigte damit Informationen der Zeitung «Le Nouvelliste» und des Radiosenders «Rhône FM».

90 Prozent eingebrochen

Philipp Perren, Verwaltungsratspräsident von Air-Glaciers und von Air Zermatt, erklärte am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass bei Air-Glaciers aufgrund der Corona-Pandemie die Nachfrage nach Rettungsflügen um über 90 Prozent und im kommerziellen Bereich um rund 70 Prozent eingebrochen sei.

Um einen Rettungshelikopter das ganze Jahr rund um die Uhr einsatzbereit zu halten, brauche es für eine dreiköpfige Crew aus Piloten, Notarzt und Sanitäter rund 16,5 Vollzeitstellen, rechnte Perren vor. Crew, Einsatzleitung und Administration kosteten so rund 2,4 Millionen Franken, ob Einsätze geflogen würden oder nicht.

Kein Wintersport, keine Rettungsflüge

Bei Air-Glaciers sind laut Angaben von Flugbetriebsleiter Patrick Fauchère allein mit der Schliessung der Wintersportgebiete Mitte März rund ein Drittel der Rettungseinsätze des gesamten Winters weggebrochen.

Die Air-Glaciers hat nach eigenen Angaben bereits vor der Coronakrise unter strukturellen finanziellen Verlusten im Fluggeschäft gelitten. Für das Geschäftsjahr 2019 zeichnet sich ein Verlust von über 1,5 Millionen Franken ab. Mit den Entlassungen will die Helifirma gegensteuern, um die Existenz des Unternehmens nicht zu gefährden.

60 sind «worst case»

Wenn 60 der 146 Stellen gestrichen würde, sei das das schlimmstmögliche Szenario, sagte Philipp Perren. Man hoffe, dass es weniger sein werden. Endgültige Entscheide zur Höhe des Personalabbaus sollen vor Ende Mai bekanntgegeben werden. Es ist noch weitgehend unklar, welche der sieben Standorte wie stark betroffen sind.

Infos zum Unternehmen

Air-Glaciers wurde 1965 gegründet. Die Firma ist vor allem bekannt für Rettungsflüge, bietet aber auch Transport- und Touristenflüge an.

Das Unternehmen hat neben dem Hauptsitz in Sitten sechs weitere Standorte: Lauterbrunnen und Gstaad im Kanton Bern, Gampel und Collombey im Wallis, La-Chaux-de Fonds (NE) und Leysin (VD).

Die Gesellschaft verfügt gemäss Internetseite über 15 Helikopter und fünf Flugzeuge.

Das Unternehmen kündigte den Abbauplan bereits dem kantonalen Arbeitsamt an, wie die Interprofessionelle Christliche Gewerkschaft Wallis (SCIV) in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Das Personal kann bis am 20. Mai Vorschläge machen, wie Entlassungen vermieden oder begrenzt werden könnten.

Rettungsflüge gehen weiter

Vorläufig sind den Angaben zufolge die Rettungs- und Transportdienste gewährleistet. Wann die Helikopter auch für kommerzielle Flüge wieder in die Luft gehen, ist wegen der Massnahmen im Zusammenhang mit der Coronakrise unklar.

Air-Glaciers hatte erst im März angekündigt, mit dem kleineren Konkurrenten Air Zermatt enger zusammenarbeiten zu wollen. Die beiden Walliser Unternehmen wollen Synergien nutzen, aber ihre eigenen Verwaltungsräte und Chefs behalten.

Video
Aus dem Archiv: Air Zermatt und Air-Glaciers spannen zusammen
Aus Schweiz aktuell vom 09.03.2020.
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Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:31/12:03 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Anton Widmer  (Widmera)
    Für die direkt betroffenen sicher tragisch. Für die branche wäre es von vorteil das dieses unternehmen liquidiert oder zum teil in andere bewerber aufgegen würde. Air alpine pseudo rettung auch gleich liquidieren. Rettung im beo von rega gedeckt, im wallis von air zermatt. Vaadt, fribourg sehe ich auch kein problem. Heliskiing überflüssig! Für alp- und holz- sowie baueinsätze gibt es auch genügend andere ressourcen. Somit bleibt für alle mehr bei weniger infrastruktur und administrationsaufwand.
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  • Kommentar von Benno Hauser  (Bhousi)
    Nützen wir die Krise und verbieten doch gleich die unsäglichen und fast schon perversen Touristenflüge in unserer schönen Bergwelt. Je nach Wetter und Ort ist es zB auf einer Skitour kaum zu glauben, was da einem alles um die Ohren fliegt.
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    1. Antwort von Lily Mathys  (Alle vergeben)
      Air Glacier/ Zermatt fliegen auch für Versorgungsflüge, die als kommerziell gelten. Damit würden Sie auch verbieten, dass der Älpler seine Pasta und Co (Saisonsvorrat) selbst auf die Alpe schleppen muss, da es keine Strasse gibt. Auch für Renovationen der Alphütte sind diese Flüge unerlässlich. Zudem kann keine kranke /abgestürzte Kuh mehr ausgeflogen werden (alles kommerziell). Wollen Sie das?
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  • Kommentar von Geri Mehner  (Volpone)
    Etliche Unternehmen, die bereits vor den Zeiten der Coronakrise finanzielle Probleme hatten, machen nun eine Art "Gesundschrumpfung" durch. In der Flugbranche mag es jene Unternehmen zuerst treffen, deren Auslastung sich zunehmend auf Kommerz abstützt. Es braucht keine weitere Zunahme dieser Art von Flügen (zuletzt kam noch Helibiking dazu) . Die Natur wird auf jegliche Art bedenkenlos genutzt und ausgebeutet. Corona ist eine Antwort auf unser Verhalten. Ob dies auch so verstanden wird?
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