Freiburg schafft Transparenz bei der Wirtschaftsförderung

Beim Thema Unternehmensbesteuerung geben sich die Kantone normalerweise zugeknöpft. Nun legt die Freiburger Wirtschaftsförderung erstmals offen, wie viele Unternehmen von Steuererleichterungen profitieren und wie viele Steuereinnahmen dadurch verloren gehen.

Mann blickt auf Baustelle, im Hintergrund das Städtchen Romont. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Profitiert von Steuererleichterungen: Die Firma Nespresso baut bei Romont ihr drittes Produktionszentrum. (Archivbild) Keystone

Von den 22 Firmen, welche die Freiburger Wirtschaftsförderung 2013 neu ansiedelte oder Ausbauprojekte unterstützte, haben deren sechs neu eine Steuererleichterung erhalten. Keine Vollständige, sie zahlen aber nur einen Teil der Ertrags- und Kapitalsteuer. Der Staatsrat wünschte sich diese Transparenz. «Wir wollten die emotional geführte Diskussion objektivieren», sagt Reto Julmy, stellvertretender Direktor der Freiburger Wirtschaftsförderung.

Glas halb leer oder halb voll?

Wie sich Steuererleichterungen auswirken, lässt sich an Hand des Steuerjahres 2011 zeigen. Damals profitierten insgesamt 74 Firmen im Kanton Freiburg von Steuererleichterungen. Der Kanton verzichtete damit auf 60 Millionen Franken Einnahmen.

Reto Julmy gibt zu bedenken: «Ohne Steuererleichterung wäre ein Grossteil dieser Firmen nicht in den Kanton Freiburg gekommen.» So gesehen hätte Freiburg noch mehr verloren. «Diese Firmen zahlten 2011 immerhin 35 Millionen Franken Steuern», so Julmy. Und sie hätten investiert und Arbeitsplätze geschaffen.

Der Kanton Freiburg publiziert nur Gesamtzahlen. «Namen einzelner Firmen fallen unter das Steuergeheimnis», erklärt der Wirtschaftsförderer. Er fügt an, dass nicht nur ausländische Firmen von Steuererleichterungen profitieren, sondern auch Schweizer und sogar Freiburger Firmen.