Freiburger Angestellte bangen um Altersguthaben

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg hat gegen fünf Stiftungsratsmitglieder einer Pensionskasse ein Strafverfahren eröffnet. Es geht um einen Grossteil des Kassenvermögens.

Wie die Justizbehörden mitteilen, wird den Stiftungsräten ungetreue Geschäftsführung vorgeworfen. Offenbar wurde Geld im Ausland zu riskant angelegt, es gehe um mehrere Dutzend Millionen Franken. Gemäss Informationen von Freiburger Medien handelt es sich bei der betroffenen Pensionskasse um die ACSMS, die insbesondere im Saanebezirk tätig ist.

Die ACSMS verwaltet Mitgliederguthaben der Spitex, der Ambulanzdienste sowie der Alters- und Pflegeheime im Saanebezirk. Insgesamt zwölf Arbeitgeber haben die Altersguthaben ihrer Angestellten bei dieser Pensionskasse angelegt.

Fünf Mitglieder des Stiftungsrats werden unter anderem der ungetreuen Geschäftsführung, eventuell der Veruntreuung verdächtigt. Der Stiftungsrat hatte 2009 dem Direktor einer Lausanner Firma ein Mandat zur Vermögensverwaltung erteilt. Dieser tätigte daraufhin riskante Investitionen im Ausland. Gegen ihn läuft im Kanton Waadt eine Untersuchung.

Doch auch im Kanton Freiburg wird untersucht. Nach Hausdurchsuchungen werden die Konten der Pensionskasse genauer unter die Lupe genommen, wie die Freiburger Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Bei den umstrittenen Geldgeschäften geht es um mehrere Dutzend Millionen Franken, einen Grossteil des Kassenvermögens.

Stiftungspräsident ist CVP-Fraktionschef

Der Präsident der betroffenen Pensionskasse ist der Chef der CVP-Fraktion im Freiburger Kantonsparlament, Albert Lambelet. Er ist sich keiner Schuld bewusst. Die Kasse habe dem Investor vertraut, was die Anlagen betrifft. «Offenbar sind wir belogen worden. Uns kann man höchstens Fahrlässigkeit vorwerfen», meint er gegenüber Radio SRF.

Unklar, ob das Geld verloren ist

Die Untersuchungen müssen noch zeigen, ob das Geld tatsächlich verloren ist, wie die zuständige Untersuchungsrichterin auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Freiburger Angestellte bangen um ihre Altersguthaben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Freiburger Altersguthaben in Gefahr. Keystone/Symbolbild

Ebenfalls noch zu klären ist, ob und in welcher Art die fünf Stiftungsratsmitglieder ein Verschulden trifft.

In der Schweiz gibt es Instrumente, um bei Problemen von Pensionskassen die Renten der Versicherten zu schützen. Dazu gehören ein Garantiefonds und eine Auffangkasse. Offen ist, in welchem Umfang die eine oder andere allenfalls einspringen würde.