Freiburger Gemüsebauern wollen Land von Strafanstalt pachten

Mit 350 Hektaren Land ist die Freiburger Strafanstalt Bellechasse der zweitgrösste Landwirtschaftsbetrieb der Schweiz – sehr zum Ärger der Gemüsebauern der Region. Sie möchten Land pachten.

Zurzeit stechen die Insassen der Strafanstalt Bellechasse Spargeln. «Bleichspargeln ist eine Spezialität», sagt Martin Hertach, Leiter Landwirtschaft bei der Strafanstalt. Für die Firma Micarna werden zweieinhalb Hektaren Kabis angepflanzt. «Für den Papet vaudoise.» Natürlich sei es schwierig, mit Insassen so einen Betrieb zu führen, erklärt Martin Hertach. «Im Vordergrund steht die Wiedereingliederung.»

Gemüsebauern beschäftigen Insassen

Um Bellechasse herum kämpfen viele Gemüsebauern ums Überleben. «Alles muss ultrafrisch sein», sagt Pascal Gutknecht, Vize-Präsident der Freiburger und Berner Gemüsebauern. Um rentabel zu bleiben, möchten viele Gemüsebauern Land von der Strafanstalt pachten. Nicht ohne Gegenleistung, schlägt Pascal Gutknecht vor. «Wer Land pachtet, muss für eine bestimmte Anzahl Stunden Insassen beschäftigen.» Der Leiter der Landwirtschaft in Bellechasse ist skeptisch. «Das wäre für die Profibauern schwierig. Sie unterschätzen die Betreuung.» Zurzeit will der Kanton Freiburg kein Land verpachten.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)