Freiburger Grosser Rat gibt «Blue Factory» widerwillig Darlehen

Auf dem ehemaligen Gelände der Bierbrauerei Cardinal sollen innovative Firmen angesiedelt werden. Doch noch sind die Mieteinnahmen gering. «Blue Factory» braucht deshalb kurzfristig Geld. Der Freiburger Grossrat ärgert sich und gibt trotzdem fünf Millionen Franken.

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Bildlegende: Das Innovationsquartier auf dem Cardinal Gelände ist erst im Aufbau. Patrick Mülhauser/SRF

70'000 Quadratmeter gross ist das Gelände der ehemaligen Bierbrauerei Cardinal. Nur ein Bruchteil wird bisher vom Innovationsquartier «Blue Factory» genutzt. Und es wird bis 2023 dauern, bis der Technologiepark so viele Mieter hat, dass er finanziell auf sicheren Beinen steht.

Deshalb braucht es zehn Millionen Franken aus öffentlichen Kassen. Das ärgerte das Freiburger Kantonsparlament querbeet. «Ich hab das Gefühl, mir wurde Sand in die Augen gestreut», sagte FDP Grossrat Didier Castella. Er habe schöne Worte gehört, denen wenig Taten gefolgt seien.

«  Ich hab das Gefühl, mir wurde Sand in die Augen gestreut. »

Didier Castella
Grossrat FDP

Gleich fühlte sich auch Laurent Thévoz vom Mitte-Links-Bündnis. «Plötzlich erscheint ein Blitz am blauen Himmel mit einer saftigen Rechnung.» Die heftige Kritik im Freiburger Grossrat galt dem Staatsrat Beat Vonlanthen. Dieser beschwichtigt. «Es hat schon dreimal mehr Arbeitsplätze als zuletzt bei Cardinal.»

Der Staatsrat bittet um Geduld. Der Grossrat hat dem Darlehen von 5 Millionen Franken zugestimmt. Einem Darlehen in gleicher Höhe muss nun noch das Freiburger Stadtparlament gutheissen.