Freiburger Spitalnetz mit weniger Defizit

Das Freiburger Spital mit seinen sechs Standorten machte letztes Jahr 5,4 Millionen Verlust. Das ist dreimal weniger als budgetiert.

Pauline de Vos Bolay erklärte vor den Medien das Strukturproblem der Freiburger Spitäler. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pauline de Vos Bolay erklärte vor den Medien das Strukturproblem der Freiburger Spitäler. SRF

«Wir haben 10 Prozent mehr Behandlungen im Akutspital verzeichnet. Gleichzeitig zeigten die kurzfristigen Massnahmen wie die Schliessung des Operationstrakts in Tafers in der Nacht und an den Wochenenden Wirkung», erklärt die Generaldirektorin Pauline de Vos Bolay. Ungelöst sei noch immer der Tarifstreit mit dem Krankenkassenverband Santésuisse. «Kann Freiburg nicht den vorgesehenen Tarif verrechnen, könnte sich das Defizit um 3 Millionen Franken erhöhen», sagt sie.

Strukturbereinigung geht weiter

Das Spitalnetz Freiburg hat eine sehr schlechte Produktivität, wie eine neue Studie des Krankenkassenverbandes Santésuisse zeigt. Nur die Kantone Graubünden und Bern schliessen noch schlechter ab. «Freiburg hat zuviele Standorte und die Aktivitäten des Spitals sind zersplittert», erklärt Pauline de Vos Bolay. Gestern hat der Verwaltungsrat des Spitals eine langfristige Strategie verabschiedet. Der Staatsrat muss nun noch darüber entscheiden. Es geht um die Frage, ob es im Kanton  Freiburg nur noch ein Akutspital mit diversen Aussenstationen gibt. Diese Idee hatte letztes Jahr zu viel Unmut in den Regionen geführt. Als Konsequenz hat die Generaldirektorin gekündigt: «Schade, dass ich die Früchte nicht mehr ernten kann. Aber vermutlich brauchte es diesen Schritt, damit einige Leute aufwachen», erklärt Claudine de Vos Bolay.