Freiburger Strassenprostitution sorgt für Diskussionen

Anwohner klagen über viel Lärm bis spät in die Nacht. Sie möchten die Strassenprostitution in der Strasse «Grand-Fontaine» verbieten. Die Stadtregierung prüft das Anliegen.

Eine Strasse mit einer Kathedrale im Hintergrund. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am Tag ist vom Rotlichtmillieu in der Nähe der Kathedrale wenig zu sehen. SRF

Neben dem Freiburger Rathaus führt eine Pflastersteinstrasse hinunter in die Altstadt. Hier, in der Grand-Fontaine, befindet sich seit Jahrzehnten das Freiburger Rotlichtmilieu. Nur hier ist Strassenprostitution erlaubt. Das möchten Anwohner ändern. «Wir wollen, dass die Stadt das Reglement ändert», sagt Denis Boivin, Präsident der Anwohnervereinigung. Die Strassenprostitution soll auch hier verboten werden. «Manche Anwohner können bis tief in die Nacht nicht schlafen».

Belästigte Prostituierte

Im «Café de la Grand-Fontaine» sitzt ein Gast. «Jeder braucht mal Sex», sagt er und ist gegen ein Verbot der Strassenprostitution.

«Die Klienten verursachen den Lärm», fügt ein anderer Gast hinzu. Die würden in der Strasse herumschreien. Seit am Wochenende ein Sicherheitsbeamter angestellt wurde, habe sich die Situation verbessert, findet Robert Pietsch. Als Hausbesitzer vermietet er Wohnungen an Prostituierte. Manche Anwohner seien grundsätzlich gegen die Prostitution. «Sie belästigen die Frauen und provozieren Kunden».

Verbot kein Allerheilmittel

Die Stadtbehörden prüfen ein Verbot der Strassenprostitution, sagt Thierry Steiert, Gemeinderat der Stadt. Er zweifelt jedoch, ob das Sinn macht. Das Café und die Salons in den Häusern würden bleiben. «Dass ein Verbot der Strassenprostitution alle Probleme löst, ist eine Illusion», erklärt Thierry Steiert. Die Situation habe sich jedoch in den letzten Jahren zugespitzt, sagt er. Man müsse den Lärm eindämmen. «Sonst ist es für die Anwohner nicht mehr lebbar».

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis; 17.30 Uhr