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Die Stadt Freiburg bietet den älteren Einwohnerinnen und Einwohnern wenn nötig Hilfe an
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 30.03.2020.
abspielen. Laufzeit 05:11 Minuten.
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Freiburger Telefonaktion «Bonjour, geht es Ihnen gut?»

Die Stadt Freiburg ruft die älteren Leute an um zu sehen, ob es ihnen gut geht. Sie beginnt bei den über 80-Jährigen.

026... Dominique Pierret tippt eine Telefonnummer ein. Sie sitzt in einem grossen Saal in einer Holzbox, die sie vor der Ansteckung mit dem Coronavirus schützen soll. Eine Frau am Telefon nimmt ab: «Oui Allôz?» «Bonjour Madame, c'est la ville de Fribourg qui vous appelle», sagt Dominique Pierret. Sie arbeitet normalerweise als Sekretärin des Stadtpräsidenten, hat aber derzeit weniger zu tun. Nun erklärt sie der älteren Dame am Telefon, dass sie wegen des Coronavirus anrufe und fragen wolle, wie es ihr gehe.

Wir rufen alle über 80-Jährigen an um zu hören, ob es ihnen gut geht.
Autor: Dominique PierretSekretärin des Stadtpräsidenten Freiburg

Die Stadt Freiburg ruft derzeit alle Einwohnerinnen und Einwohner an, die älter sind als 65 Jahre. Zuerst telefonieren die Mitarbeiterinnen den 80-Jährigen. Normalerweise würden sie nicht auf die Datenbank der Einwohnerkontrolle zugreifen, sagt Stadtpräsident Thierry Steiert. Zum Datenschutz meint er: «In dieser Ausnahmesituation ist das aber gerechtfertigt.» Es gehe darum, den älteren Menschen Hilfe anzubieten, sie zu informieren, aber ihnen auch zuzuhören, sagt Steiert.

Ein offenes Gespräch

«Ecoutez, ma vie n'a pas changé», sagt die Frau am Telefon. Ihr Leben habe sich nicht verändert, weil sie mit ihren 96 Jahren schon vorher selten hinausgegangen sei. Die Telefonistin Dominique Pierret hakt nach und will wissen, ob jemand für sie einkaufen gehe, sich um sie kümmere. «Oui», sagt die Frau. Eine soziale Einrichtung liefere ihr regelmässig Essen.

Nimmt jemand das Telefon nicht ab, schicken wir die Polizei vorbei.
Autor: Dominique PierretSekretärin des Stadtpräsidenten

Die meisten älteren Menschen würden wie die 96-Jährige zu Hause bleiben, sagt Dominique Pierret. Es gebe aber auch Ausnahmen – Leute, die nicht verstanden hätten, dass sie sich auch beim Einkaufen mit dem Virus infizieren könnten. Man versuche sie davon zu überzeugen, nicht mehr einkaufen zu gehen und biete ihnen Hilfe an. Bei Bedarf vermittelt die Stadt jemanden, der hilft. Nimmt jemand das Telefon mehrmals nicht ab, schickt die Stadt Freiburg die Stadtpolizei vorbei die schaut, ob alles in Ordnung ist.

Sich weniger alleine fühlen

Sie fühle sich nützlich, sagt Dominique Pierret, wenn sie diese Anrufe machen könne. Es sei eine Herausforderung, aber eine schöne. Sie komme sich ein bisschen vor wie bei der Dargebotenen Hand, oder wie bei einer Radiosendung – Nachtclub zum Beispiel, wo Leute über alles reden können, was sie beschäftigt, sagt Dominique Pierret.

Auch die 96-Jährige am Telefon ist zufrieden: «C'est une excellente idée.» Der Anruf habe sie beruhigt. Sie fühle sich weniger alleine.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 06:31 Uhr/17:30 Uhr;

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