Freitagsakademie: «Barockmusik ist wie Pop im 18. Jahrhundert»

Das Berner Ensemble spielt alte Musik mit Instrumenten, die gebaut sind wie damals. Die Partituren sind alt, aber die Musik - postuliert die Freitagsakademie - sei nie alt.

Die Freitagsakademie in einer 5er-Formation im Kunstmuseum Bern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Freitagsakademie spielt in wechselnden Formationen. Hier im Kunstmuseum, seit 2012 meistens im Konservatorium Bern. zvg

«Die Musik ist immer neu», sagt Gründungsmitglied Bernhard Maurer. Auch wenn sich das Ensemble durchaus vorstellt, wie das Leben im 17. und 18. Jahrhundert an den Höfen wohl war und wie die Kammerorchester damals gespielt hatten.

Wie genau es war, das wisse niemand. «Manchmal können wir es uns vorstellen, wenn wir stundenlang in einer eiskalten Kirche proben», lacht Cellist Bernhard Maurer. «Oder wenn wir bei Kerzenlicht spielen und es so richtig heiss wird», ergänzt Oboistin Katharina Suske. Auch sie hat vor 20 Jahren die Freitagsakademie in Bern mitgegründet.

Seinen Namen hat das Ensemble von einem 300-jährigen Vorbild: Johann Gottlieb Janitsch erfand damals öffentliche Konzertserien, die auch für das Bürgertum zugänglich waren - er nannte sie «Freitags-Akademie». Und wie bei Janitschs Konzertreihe damals pflegt auch die Freitagsakademie heute, in wechselnden Formationen zu spielen und Musikerkollegen aus ganz Europa für Konzerte einzuladen.

Die Barockmusik sei voller Emotionen, sagt Katharina Suske. Es sei eine leicht zugängliche Musik, die zunehmend beliebter werde. Immer mehr Leute kämen auf den Geschmack. «Es ist wie Pop im 18. Jahrhundert.»