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Legende: Audio Sandra Kissling: «Es war ein langer Weg bis zum Start.» abspielen. Laufzeit 09:15 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 19.08.2019.
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«Frischer Fritz» Der etwas andere Thuner Marktstand

Brot vom Vortag und krumme Gurken: Sandra Kissling rettet Lebensmittel vor dem Abfallkübel.

Brot, Süssgebäck, Gemüse, Früchte, Milchprodukte: Das Angebot des Marktwagens auf dem Thuner Aarefeldplatz gleich gegenüber vom Bahnhof gleicht manchem anderen Marktstand. Nur: Das Brot und das Gebäck sind vom Vortag, der Käse ist weniger als zehn Tage haltbar und das Gemüse entspricht nicht dem strengen Schönheitsideal der Grossverteiler. Und wenn die Lebensmittel nicht hier verkauft würden, wanderten sie in den Abfallkübel.

Jetzt mache ich es einfach.
Autor: Sandra KisslingGründerin von «Frischer Fritz»

«Frischer Fritz» heisst das Projekt und dahinter steht die Thunerin Sandra Kissling. Nach anderthalb Jahren Vorbereitung hat sie im Februar dieses Jahres den Marktstand eröffnet. Beliefert wird sie von je einem grossen Lieferanten für Gemüse und Milchprodukte und von regionalen Bäckereien.

«Wir schmeissen nichts weg!»

Die Suche nach Lieferanten sei mühsam gewesen, sagt Sandra Kissling im Gespräch mit dem Regionaljournal von Radio SRF. Unzählige Telefongespräche habe sie geführt, und immer wieder hätten ihr die Produzenten, Händler und Lieferanten versichert, dass sie keine Lebensmittel entsorgen würden. «Aber ich wusste, dass ich angelogen wurde.»

Sie blieb hartnäckig und kam im Sommer 2018 zum Schluss: «Jetzt mache ich es einfach.» Helferinnen und Helfer erhielt sie aus der Arbeitsintegration der Stadt Thun. Für sie trägt Sandra Kissling nun die Verantwortung, ihnen muss sie auch Lohn bezahlen. «Das ist der schwierigste Teil.»

Wenn wir das erreichen, was ich mir erträume, dann können wir wieder schliessen.
Autor: Sandra KisslingGründerin von «Frischer Fritz»

Die ersten Monate haben gezeigt, dass «Frischer Fritz» einem Bedürfnis entspricht. Der Verkauf laufe gut, sagt Sandra Kissling, sie habe eine breite Kundschaft. Und auf der anderen Seite immer mehr Anfragen von regionalen Produzenten, die Gemüse und Früchte an sie verkaufen wollen.

Ein Marktstand vor dem Thuner Bahnhof.
Legende: Brot vom Vortag, krumme Gurken: Der etwas andere Marktwagen des Thuner Projekts «Frischer Fritz». SRF

«Es wäre noch viel mehr möglich», sagt die Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern. Und wenn sie das erreiche, was sie sich erträume, dann brauche es «Frischer Fritz» nicht mehr. «Dann hat es nämlich bei den Detailhändlern gleich viele krumme Gurken wie gerade.»

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