Fusion gescheitert: Keine Grossgemeinde neben Freiburg

Es wäre die viertgrösste Gemeinde im Kanton Freiburg geworden - Englisbourg. Doch die Bürger der Gemeinde Granges-Paccot haben an der Urne ihr Veto eingelegt.

Das Ortsschild von Granges-Paccot. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Granges-Paccot schiebt der geplanten Fusion den Riegel. Wikimedia / Dietrich Michael Weidmann

324 Bürger stimmten in Granges-Paccot für eine Grossfusion, 556 waren dagegen. In den drei anderen Gemeinden Givisiez (566 Ja - 293 Nein), Corminboeuf (670 - 295) und Chésopelloz (57 - 17) wurde die Fusion deutlich angenommen.

«Eine Fusion ist zu 70 Prozent Emotionen und zu 30 Prozent Fakten, im Falle von Granges-Paccot haben die Emotionen überwogen», so Georges Bächler, Gemeindepräsident von Givisiez.

Englisbourg wäre mit rund 9000 Einwohnern die viertgrösste Gemeinde im Kanton Freiburg geworden. Die Behörden der vier Gemeinden haben sich mehr Gewicht gegenüber der Stadt Freiburg erhofft.

Zufriedene Stadt - enttäuschter Kanton

Das Nein an der Urne dürfte die Stadt Freiburg freuen: Stadtpräsident Pierre-Alain Clément hat im Vorfeld die Hoffnung geäussert, dass die vier Gemeinden nicht fusionieren. Er erhofft sich eine Grossfusion inklusive seiner Stadt Freiburg bis ins Jahr 2021.

Karte der neuen Gemeinde. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Keine Grossgemeinde «Englisbourg» neben Freiburg. Wikimedia / Tschubby / SRF

Enttäuscht zeigte sich die Kantonsregierung. Der Staatsrat bedaure das Nein, heisst es in einer Mitteilung, die gleichzeitig auch ein Appell ist: «Die heutige Niederlage muss daher die Behörden aller Gemeinden Grossfreiburgs dazu bewegen, sich zu fragen, wie die künftige institutionelle Landschaft des Kantonszentrums aussehen soll.»