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Bern Freiburg Wallis Fusionen sind in Rechthalten eine Herzensangelegenheit

Der Kanton Freiburg fördert seit Jahren finanziell Fusionen. Im Sensebezirk bisher jedoch ohne Erfolg. Nun kommt Bewegung ins Oberland. Statt neun könnte es bald nur noch zwei Gemeinden geben. Das höchstgelegene Sensler Dorf Rechthalten fragt sich allerdings, wohin es gehört.

Innert zehn Jahren sind im Kanton Freiburg 70 Gemeinden verschwunden. Und die verbleibenden rund 160 Gemeinden sollen weiter schrumpfen, findet der Staatsrat. Er stellt nochmals 50 Millionen Franken bereit, um Fusionen voranzutreiben. Auch im Sensebezirk werden nun Fusionen geprüft. Am 9. Februar müssen die Einwohnerinnen und Einwohner von Rechthalten, Giffers, Tentlingen und St. Silvester in einer Konsultativabstimmung sagen, ob eine Fusion erwünscht ist.

Einst die grösste Sensler Gemeinde

Rechthalten spielt dabei eine zentrale Rolle. Das höchst gelegene Dorf im Sensebezirk - 900 Meter über Meer - liegt zwischen der Kantonshauptstadt Freiburg und dem Skigebiet Schwarzsee. Jedoch abseits der wichtigen Verkehrswege.

«Wir haben deswegen an Wichtigkeit eingebüsst», sagt Gemeindepräsident Marcel Kolly. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war Rechthalten, das bis nach Plaffeien reichte, die grösste Gemeinde im Sensebezirk. «Das Friedensgericht und die Amtsvormundschaft haben wir verloren.»

Wenig Bevölkerungswachstum

Rechthalten hat seit Jahren unverändert gut 1100 Einwohner. Während der Kanton schweizweit das höchste Bevölkerungswachstum ausweist. «Ein paar Einwohner mehr wären gut», sagt Marcel Kolly. Noch ist die 100-jährige Primarschule offen, mit 15 Kindern durchschnittlich pro Klasse, sind die Klassen jedoch eher klein. Die Leute arbeiten im lokalen Kleingewerbe, viele pendeln nach Freiburg oder Bern. Der einzige Dorfladen schliesst demnächst. Der Gemeindepräsident hofft, dass ein neuer Laden entsteht.

Katholisch und Reformiert

Rund 98 Prozent der Einwohner sind Schweizer und die meisten katholisch. Ausserhalb des Dorfes befindet sich jedoch das reformierte Zentrum für den Sensebezirk. Das stammt noch aus einer Zeit, als die Schulen konfessionell getrennt waren. «Bis 1975 gab es in Rechthalten eine reformierte Schule», sagt Gemeindepräsident Marcel Kolly. Heute spiele jedoch die Religion auch in Rechthalten nicht mehr so eine zentrale Rolle.

Hoher Aufwand

Rechthalten, Giffers, Tentlingen und St. Silvester würden vom Kanton bei einer Fusion rund eine Million Franken erhalten. Das Geld sei zweitrangig, betont der Gemeindepräsident, Rechthalten stehe gut da. Doch die Verwaltungsaufgaben würden zunehmen. «Eine grössere Gemeinde könnte einen besseren Service leisten.» Doch mit wem soll Rechthalten fusionieren? Man arbeite bereits mit vielen umliegenden Gemeinden zusammen, sagt Marcel Kolly. Und so müssen die Einwohner am 9. Februar sagen, ob sie sich auch eine Fusion mit Plaffeien oder St. Ursen vorstellen könnten. «Das Herz muss sprechen», sagt der Gemeindepräsident.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Ich sehe nicht ein, warum man Gemeinden fusionieren muss. Das ist so, wie behauptet wird, dass wir zur EU gehen sollten. Man kann die Zusammenarbeit zwischen zwei oder drei Gemeinden genau so gut fördern ohne, dass es gleich zu einer Fusion kommen muss. Ein Beispiel können Familien sein. Da wäre es noch nie jemandem in den Sinn gekommen zu fusionieren. Aber hier kann man mit einer guten Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung wunderbare Ergebnisse erzielen.
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