Sonntagsgast Gabriel Palacios: «Ich will immer einen Schritt voraus sein»

Gabriel Palacios ist überzeugt, dass wir alle Gespräche beeinflussen können. Er aber, mache es bewusster. «Das Gegenüber muss es aber auch wollen und zulassen.» Der 27-jährige Berner ist Hypnosetherapeut und Bestsellerautor, führt in Bern eine Praxis, gibt Kurse und arbeitet mit Firmen und Spitzensportlern.

Gabriel Palacios über…

…seine Fähigkeit: «Wenn ich als Kind sagte, dieser Mensch macht jetzt dann etwas Schlechtes, dann glaubten mir die anderen nicht. Aber später bewahrheitete es sich oft. Da merkte ich, dass ich auf mein Bauchgefühl gehen kann und entschied mich, dieses genau zu analysieren.»

…über den Selbstmord des Vaters, der seinen Werdegang beeinflusst hat: «Der Tod meines Vaters hat mich sehr geprägt. Vor allem wie er gegangen ist. Ich war erst sechs Jahre alt, kann mich aber an jedes Detail dieses Abends erinnern. Ich wollte dann immer Menschen kontrollieren, damit sie nicht gehen. Ich wollte immer einen Schritt voraus sein, damit ich etwas, was passiert, noch beeinflussen kann.»

…über Kritik an seiner Fähigkeit: «Es gibt Tricks, wie das Voraussagen der Lottozahlen. Aber was wirklich wichtig ist, zum Beispiel bei meiner Arbeit mit Firmen, ist das Unterbewusstsein. Durch dieses gelingt es, Vertrauen zu den Kunden herzustellen. Und die Hypnose ist das Werkzeug. Es geht um ein gutes Gefühl, das man den Kunden geben will. Damit es zu einem nachhaltigen Abschluss kommt.»

Gabriel Palacios zeigt ein Hypnose-Experiment

9:22 min, aus Puls vom 17.9.2012

«Leute, die meine Fähigkeiten anzweifeln, will ich gar nicht. Solche Firmen oder CEO's will ich nicht coachen, das ist nicht produktiv.

Ich will jene Leute, die jemanden kennen, der bei mir war. Und gehört haben, dass ich deren Blockaden lösen konnte, ihr Suchtverhalten weg ist, oder die Prüfungsangst. Das treibt mich an. Für mich sind das alles Wunder.»

…über das Anstrengende seiner Fähigkeit: «Ich analysiere die Kleidung, Farben, die Art und Weise wie jemand sitzt oder steht. Und wenn man das mal gelernt hat, kann man es nicht mehr ausblenden, es ist einfach da. Das ist ein wunderbarer Vorteil – man erkennt negative Emotionen früh und kann sie positivieren. Aber wenn zum Beispiel jemand lügt und man merkt es, dann ist das sehr anstrengend – beruflich und privat.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)