Aufnahme von Flüchtlingen Gastfamilien: Zurückhaltung bei männlichen Asylbewerbern

Die Freiburger Bürgerinitiative «osons l'accueil» vermittelt Gastfamilien für Asylbewerber. Mit Erfolg. Doch viele Gastfamilien möchten lieber keinen alleinstehenden Mann bei sich aufnehmen. Obwohl diese die Mehrheit der Asylbewerber ausmachen.

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Bildlegende: Bernard Huwiler vermittelt Asylbewerber an Gastfamilien. Patrick Mülhauser SRF

Die Freiburger Bürgerbewegung «osons l'accueil» konnte in den letzten fünfzehn Monaten 101 Asylbewerber bei 55 Gastfamilien unterbringen. Das Problem: Viele Gastfamilien möchten lieber keinen alleinstehenden jungen Mann bei sich aufnehmen. «Die Angst vor sexuellen Übergriffen ist da», sagt Bernard Huwiler, der die Bewegung gegründet hat. Die Befürchtungen seien jedoch unbegründet. Rund 30 junge Männer wurden in Gastfamilien vermittelt. «Wir hatten noch nie ein Problem deswegen.»

«  Sie fühlen sich aufgehoben und erleben Wertschätzung. »

Bernard Huwiler
Gründer von osons l'accueil

Grad für junge Männer sei der Aufenthalt in einer Gastfamilie wertvoll. «Sie fühlen sich aufgehoben und erleben Wertschätzung.» Etwa, wenn sie im Garten mithelfen können. Die Männer würden sich gut integrieren und Deutsch oder Französisch lernen.

In der Regel möchten die Asylbewerber die Gastfamilie nach ein paar Monaten verlassen und in eine eigene Wohnung ziehen. «Die Gastfamilie ist ein Sprungbrett in die Selbständigkeit», sagt Bernard Huwiler. Seine Organisation sucht nun weitere Gastfamilien.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)